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Es war einer der Eingänge zur „Karlslust“, jenes merk—
würdigen märchenhaften Parkes, den Herzog Karl sich bei
seiner neuen Residenz nach eigenem Geschmack angelegt.
Große reiche Gärten in altfranzösischem Styl, ausgedehnte
sogenannte englische Anlagen, wie sie zur Zeit in die Mode
gekommen, ungaben das Schloß; ein ganzer Bergrücken
war sogar zu einem Rosengarten umgewandelt worden.
Doch dies Alles hatte dem prochtliebenden, vergnügungs—
füchtigen Fürsten nicht genügt, Aehnl;ches fand sich überall,
mehr oder minder prächtig, in allen Residenzen. Der Be—
herrscher von Zweibrücken wollte Neues haben, was kein
Fürst noch besessen, selbst der König von Frankreich nicht
ausgenommen, und er schuf sich die „Karlslust“, welche wir
nun mit einem würdigen Führer, dem Forstmeister Dest—
ner, in dieser Mondnacht kteilweise durchwandern müssen.
Nachdem Destner den wachehaltenden Grenadieren leise
daß Paßwort genannt, öffneten sich ihm die beiden Flügel
des phantastischen Thores, und er betrat den Park, der auf
Stunden in der Runde gleichmäßig umzäunt, nur wenige
Aus- und Eingänge hatte, die von Grenadieren Tag und
Nacht streng bewacht wurden.
Die Allee, welche den französischen Garten in einer ge—
raden Linie durchschnitt, führte in gleicher Weise weiter in
den Park hinein, doch bald veränderte sich hier die Szenerie
zu beiden Seiten des breiten, glatt wie eine Straße ge—
haltenen Weges. Voll fiel das Mondlicht wieder auf den
gelben Kies, die lange gerade Lichtung, welche von dem Wege
gebildet wurde, bis in die weiteste Ferne erhellend, magisch
spielte es durch die kleinen Baumkronen, durch die Meste
der mächtigen Fichten, die sich wie lange Arme weit nach
allen Richtungen hin ausstreckten. In allen Abstufungen
dieser eigentümlichen Beleuchtung zeigten sich die gewalti—
gen Stämme, so weit das Auge ihre Reihen durchdringen
konnte, hier lichte geheimnisvolle Schatten hervorzaubend.
dann wieder tiefes undurchdringliches Dunkel in die sich ab—
wechselnd Bäume und Büsche hüllten.
Doch was ist es, was jetzt die riesigen Fichten zur Seite
des Weges zu umspinnen scheint, sich an ihnen emporzieht.
sie umschlingt und hoch überwölbt? In dem Morndlicht
glänzt es wie Maschen von mattem Golde. Es ist ein ein—
ziges ungeheures Drahtnetz, das nicht einzelne Bäume —
nein! den ganzen Wald umspannt, überwoͤlbt und ihn zu
einem einzigen Riesenkäfig macht, der oon zahllosen Vögeln
aller Art, fremdländische und einheimische, bunte kreischende
RKapageien und Nachtigall, Amseln in ihrem bescheidenen