Herzog, Deinen Wunsch erfüllt hat und was aus den drei
tollen Kampfhähnen geworden ist. Willst Du?“
„Ich komme!“ antwortete Elsa leise, die Hand fest auf
dem mächtig klopfenden Herzen, dann fügte sie rascher hin—
zu: „Toch kein Leid darf Ihnen geschehen.“
„Du liebst doch nicht alle Drei? haha! Beruhige Dich
nur, mein schmuckes Puppchen. Nichts was der Rede wert
ist, soll ihnen passieren. Also bis morgen Abend, hier am
Rabenberge, dann reden wir weiter zusammen.“
Damit wandte Destner sein Pferd und sprengte, ohne
sich nur noch ein einziges Mal nach Elsa umzusehen, davon
und dem längst verschwundenen herzoglichen Jagdzug nach.
Elsa mußte noch eine ganze Weile stehen bleiben, um
Herrin über die gewaltige Aufregung zu werden, welche sie
nach den Worten des fremden und gewiß vornehmen Herrn
erfaßt. Der Herzog hatte diesen zu ihr gesandt und morgen
sollte sie ihn wiedersehen, insgeheim und weiter wollte er
mit ihr reden! Tas war fast zu viel für das Mädchen,
welches bis jetzt ihrer Natur Zwang hatte anthun müssen,
um die Verhältnisse ertragen zu können, die sie von der
Welt und den Menschen, die doch so schön und so lustig
waren, trennten. Was sie erwartete, wußte, ahnte sie nicht,
nur das Eine fühlte sie: Abwechslung sollte ihrem einförmi—
gen Leben werden, und diese konnte ihr nur Ange—
nehmes, Freudiges bringen.
Nachdem Elsa sich wieder gefaßt, eilte sie in das Ge—
büsch zurück, wo sie Louise untergebracht. Tas arme blonde
Mädchen saß an der Erde und weinte still vor sich hin. Von
dem Jagdzug hatte es ebensowenig gesehen als auch nur
ein Wort von dem seltsamen Gespraͤch, der Abmachung zwi—
schen Elsa und dem Reiter gehört. Letztere überzeugle sich
bald zu ihrer größten Freude hiervon und hütete sich wohl,
auch nur eine Silbe davon zu verraten. Mit der flüchtigen
Bemerkung, daß Alles gut gegangen, die Herren sich gaänz
gewiß nicht schlagen würden, trieb sie Louise nun zur Heim—
kehr an und gerne, wenn auch beengend und zagend folgte
diese der mutigen Schwester. —
Herzog Karl war im Schlosse und in seinen Apparte—
ments angelangt. Er hatte befohlen, Destner, sobald er
einreiten würde, zu ihm zu senden. Ungewöhnlich erregt
gng er mit raschen Schritten in dem reichausgestatteten
Salon auf und nieder, die harrenden weiblichen Pagen und
Lakaien ebensowenig eines Befehles würdigend, als die, die
Vorsäle füllenden Räte und Kavaliere. Das fremde Mäd—
hen in den schlichten Kleidern, doch mit den auffallend schö—