Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

305. Dammthüren sind dann nothwendig, wenn ein Damm eingebaut wird, um spüter zu
erwartende Wasser rasch abschließen zu können. Um aber bis dahin die Förderung nicht
unterbrechen zu müssen, giebt man den Dämmen Oeffnungen, welche groß genug sind,
uim Schlepper und Pferde durchzulassen. In den Oeffnungen werden gußeiserne, gut
ibgedichtete Rahmen mit schmiedeeisernen Thüren angebracht. Letztere brauchen dann
aur geschlossen zu werden, um die Wasser abzusperren.
Die Wasserhebung wird, wenn es sich um größere Arbeitsleistung handelt, im All—
zemeinen durch Kolbenpumpen ausgeführt, deren einzelne Theile im Schachte auf
Trügern oder Lagern aus Holz, Eisen oder Mauerwerk verlagert sind. Das aus der
Brube zu hebende Wasser wird entweder in hölzernen Wasserkästen, die im Schachte an—
gebracht sind, angesammelt, oder durch Sumpfftrecken direkt der Pumpe zugeführt.
detztere werden am besten in unbauwürdigen Flötzen mit festem Nebengestein angelegt,
»amit sich bei tieferem Abbau das Wasser nicht hineinzieht, und mit dem Schachte durch
inen kurzen Querschlag verbunden.
Die Pumpen bestehen aus dem Kolben, dem arbeitenden Theile, welcher sich in einem
Nolbenrohre oder Pumpenstiefel befindet, aus dem Gestänge, welches den Kolben mit der
Kraftmaschine verbindet und durch welches derselbe eine auf- und niedergehende Be—
vegung erlangt, sowie aus den Ventilen, den Saugröhren und Steigeröhren. Man
unterscheidet Hubpumpen, bei welchen das Wasser durch das Gestänge emporgehoben
vird, und Druckpumpen, bei denen das Wasser durch das Gewicht des niedergehenden
Bestänges in die Höhe gedrückt wird. Man unterscheidet ferner einfach und doppelt
pirkende Pumpen; erstere gießen nur bei einem, letztere bei beiden Kolbenwegen aus.
— Unter den Hubpumpen unterscheidet man Saugpumpen und eigentliche Hubpumpen.
Bei ersteren beträgt die senkrechte Entfernung der Wasserspiegel zweier Ausgußkasten
richt mehr als 10m; man spricht daher bei diesen von niederen Sätzen. Die eigentlichen
dubpumpen haben über dem Kolbenrohre noch ein Steigerohr, in welchem das über dem
Tolben stehende Wasser bis zu dem am oberen Ende befindlichen Ausgusse empor—
zehoben wird; wegen der größeren Höhe nennt man sie hohe Sätze.
Uls Pumpenröhren bezeichnet man die Kolbenröhren, die Saugeröhren und die Steige—
öhren. Dieselben bestehen gewöhnlich sämmtlich aus Gußeisen und sind, wo Verbind—
ingen nothwendig sind, durch Flantschen mit einander verbunden. Als Material für
die Dichtung der Flantschen dienen Ringe von Blei, Kupfer oder Kautschuck, sowie Hanf
oder Flanell.
Die Kolben sind entweder massiv oder durchbrochen und in letzterem Falle mit Ven—
ilen und Liderung dersehen. Die ältesten sind die Scheibenkolben, welche aus einem
nit einer Lederscheibe bedeckten und mehrfach durchbohrten Zylinder bestehen. Beim
Aufgang hebt die Lederscheibe das darauf stehende Wasser, beim Niedergange drängt sich
»as Wasser unter Anheben der Lederscheibe durch die Löcher hindurch.
Zweckmäßiger sind die Stulpkolben, bei welchen der eiserne Kolbenkörper durch
einen Steg in 2 Abtheilungen getheilt, und über demselben ein Stulp gezogen ist. Auch
sier ist die obere Kolbenfläche mit einer runden Lederscheibe bedeckt, welche zwischen
2 Eisenplatten liegt, so daß damit 2 Klappen gebildet werden, welche sich beim Nieder—
gange des Kolbens öffnen. — Die Plungerkolben bestehen aus zylindrischen Metall—

309.
            
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