Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

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der Grubenluft schon bei 20 m Tiefe unverändert, ist also im Winter wärmer und des—
halb leichter im Sommer kälter und deshalb schwerer, als die Tagesluft. Im Winter
werden daher die Wetter in der tiefer gelegenen Oeffnung ein-, in der höher gelegenen
ausziehen, während dies im Sommer umgekehrt ist. Die Geschwindigkeit, mit welcher
sich der Wetterstrom bewegt, richtet sich nach der Größe des Höhenunterschiedes der beiden
Oeffnungen. Bei großen Teufen und langen Wetterwegen vermindert sich das Um—
—D
Bei der künstlichen Wetterversorgung erfolgt die Verdünnung entweder durch Er—
wärmung oder Ansaugen des ausziehenden Wetterstromes, die Verdichtung durch Ab—
tühlen oder Einblasen der einziehenden Wetter. Die saugende Bewetterung wendet man
für ganze Gruben, die blasende für einzelne Grubenbaue an.
Die Erwärmung des ausziehenden Wetterstromes erfolgt durch Wetteröfen, welche
am Füllort des Wetterschachtes oder Wettertrumes angebracht sind. Dieselben sind in
der Weise eingerichtet, daß sich über den gußeisernen Rosten ein Gewölbe von feuer—
festen Steinen und Lehm befindet, welches am hinteren Ende mit einer Feuerbrücke
abgeschlossen ist.
Durch letztere wird der Verbrennungsluft eine aufsteigende Richtung gegeben.
Eine besondere Rücksicht ist bei der Anlage der Wetteröfen darauf zu nehmen, daß
teine Feuersgefahr entstehen kann, weßhalb zunächst die Sohle des Aschenfalles mit
einer Schicht Lehm und einer Rollschicht von Ziegeln zu versehen ist. Außerdem darf
der eigentliche Ofen das umgebende Gestein nicht unmittelbar berühren, sondern muß
don einem zweiten Mauerwerk aus gewöhnlichen Ziegeln umgeben sein, so daß zwischen
diesem und dem Ofen eine isolirende Luftschicht von 60 em bleibt.
Die Verdünnung des auszieheunden Wetterstromes und die Verdichtung der ein—
ziehenden Wetter erfolgt durch Wettermaschinen (Ventilatoren), und zwar erstere durch
saugende, letztere durch blasende. Dieselben werden über oder unter Tage in der
Nähe des Schachtes aufgestellt und mit demselben durch einen Kanal verbunden. Die
Aufstellung über Tage und saugende Wirkung ist am häufigsten.
Die Zentrifugalventilatoren oder Schleuderräder bestehen aus einem Flügelrade,
velches in ein Gehäuse eingeschlossen ist; die Saugöffnungen befinden sich an der Dreh—
achse. Durch die schnelle Umdrehung des Flügelrades wird die zwischen den Flügeln
befindliche Luft nach dem Umfange derselben getrieben, und es entsteht an der Radachse
ein luftverdünnter Raum, in welchen durch die Saugöffnungen Luft nachströmt. Soll
der Ventilator saugend wirken, so wird die zentrale Oeffnung des Gehäuses, soll er
olasend wirken, die tangentale Oeffnung mit dem Wetterkanale verbunden. Es giebt
Zentrifugalventilatoren mit großen Rädern und kleinerer Umlaufszahl und solche mit
tleinen Rädern und größerer Umlaufszahl. Die wichtigsten sind die von Rittlinger.
Buibal, Geisler und Mortier.
Schraubenventilatoren unterscheiden sich von den vorhergehenden dadurch, daß die
Flügel schief zur Achse stehen, wodurch eine schraubenartige Bewegung hervorgerufen
vird. Der verbreitetste Schraubenventilator ist der von Pelzer.
Während die bisherigen Vorrichtungen der Wettererzeugung dienten, welche
bezweckt, die nöthige Wettermenge zu liefern, soll die Wetterführung diese Wetter der⸗
            
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