259. Aufwärtsgehende Streckenförderung kommt in einfallenden Strecken und bei Unter—
werksbauen vor. Fallen die Strecken steil ein, so geht die Förderung in solche aus
GBesenken oder in Schachtförderung über. Ist das Einfallen stärker als 200, so sind
Bestelle mit einem oder mehreren Wagen anzuwenden. Bei flacherem Einfallen laufen
die Wagen einzeln oder in Zügen direkt auf den Schienen. Als Förderkräfte dienen
Haspel mit und ohne Vorgelege, Pferdegöpel, Dampf-, Luft- und hydraulische
Maschinen. Dampfkessel stellt man nur dann unter Tage auf, wenn man den Dampf
inschädlich machen kann, sonst über Tage. Sehr beliebt sind auch elektrische Haspel.
Zchachtförderung. Seile. Das Wichtigste bei der Schachtförderung sind die Seile.
Dieselben wurden früher ausschließlich, jetzt selten aus Hanf hergestellt, heute nimmt
nan wohl Aloeseile, vor allem aber Drahtseile. Dieselben sind aus einzelnen Litzen um
eine Seele herumgedreht und im Allgemeinen rund. Zur Anwendung kommen jedoch
auch Bandseile, welche dadurch entstehen, daß mehrere Rundseile neben einander gelegt
uind mit einander verbunden werden. Das Gewicht eines eisernen Rundseiles beträgt
'ür 1cbm 8900 *«8. Man muß darauf sehen, daß das Seil nicht ein zu großes
Figengewicht bekommt, um von der Maschine nachgezogen werden zu können. Das
zulässige Seilgewicht muß daher jedes Mal berechnet werden. Es ist vortheilhaft, ein
Seil nicht bis aufs Aeußerste auszunützen, sondern in bestimmten Zeiträumen (15 bis
2 Jahre) durch ein neues zu ersetzen. Die abgelegten Seile können für Bremsberge
denützt werden.
260.
261.
Als Schachtfördergeräthe benutzt man in Haspelschächten Kübel und Tonnen aus Holz,
mit Bandeisen beschlagen, oder aus Eisenblech, in tieferen Schächten Fördergestelle;
Kübel und Tonnen werden am Füllort, dem unmittelbar am Schachte gelegenen Theile
der Förderstrecke, gefüllt; ebenso findet dort das Aufschieben der vollen Förderwagen auf
die Fördergestelle und das Abziehen der leeren von den selben statt. Die Fördergestelle
Körbe, Schalen, Gerippe) sind kastenförmige Behälter aus Eisen oder Stahl, die mit
einem oder mehreren Böden versehen sind, auf denen je ein oder 2 Förderwagen neben
oder hinter einander Platz finden. Sie müssen bei genügender Haltbarkeit so leicht wie
nöglich hergestellt werden, um die tote Last für das Seil nicht unnöthig zu vermehren.
Im mit großer Geschwindigkeit (bis zu 16 m in der Sekunde) fördern zu können,
nüssen die Gestelle in sicheren Führungen gehen und sind zu diesem Zwecke mit Leit⸗
schuhen versehen, welche die an den Schachtstößen angebrachten hölzernen Leitbäume
Spurlatten) oder eisernen Leitschienen bezw. Leitseile umfassen. —
Jedes Fördergestell muß eine Vorrichtung enthalten, mit welcher die aufgeschobenen
Förderwagen festgehalten werden, welche aber gleichzeitig das Auswechseln der vollen
uind leeren Förderwagen gestattet. Am besten eignet sich hierzu eine an der Innenseite
des Gestelles angebrachte, an beiden Seiten umgebogene Rundeisenstange, welche sich in
2 Lagern dreht.
Die Verbindung des Korbes mit dem Seile wird hergestellt durch 4 Schurzketten,
welche an den 4 Ecken des Korbes befestigt sind und sich am unteren Ende des Seiles
in einem Ringe vereinigen. Bei den neueren Konstruktionen ist das Gestell in der Mitte
an einer starken, runden eisernen Stange (Königsstange) aufgehängt, welche sich beim