Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

243. Nach dem Abbohren erfolgt das Abschließen der Wasser durch Einsenken von eiserner
Cuvelage. Dieselbe besteht aus geschlossenen gußeisernen Ringen von 4 1m Durchmesser
ind 18mHöhe, oder man wendet Tubbings an, welche durch Verschraudung verbunden
und durch eingelegte Bleiplatten gedichtet werden. Den untersten Theil der Cuvelage
zildet die Moosbüchse. Dieselbe ist folgendermaßen eingerichtet:
Der unterste Ring des Schachtausbaues bewegt sich stopfbüchsenartig in dem
nächstfolgenden; zwischen äußeren Ansätzen der beiden Ringe befindet sich eine Moos—
vackung, welche beim Aufsetzen des Ausbaues auf die Schachtsohle zwischen den Ansätzen
zusammen- und gegen die Gesteinsstöße gepreßt wird. Der etwa 20 em weite Zwischen⸗—
raum zwischen Ausbau und Gesteinsstößen wird mit Beton ausgefüllt. Wenn derselbe
rhärtet ist, wird mit Sümpfung der Wasser innerhalb des Ausbaues begonnen. Bei
zlücklichsten Verhältnissen stellt sich 1m auf diese Weise hergestellte Schachtteufe aus
2000 Mark.
ZSchachtausbau im Schwimmsand erfolgt, wenn nicht Getriebearbeit, wie bei geringer
Mächtigkeit und Wassergehalt des Schwimmsandes, möglich ist, durch einen Senkschacht,
velcher entweder durch sein eigenes Gewicht einsinkt (Mauerung) oder durch Belasten
und Pressen mit Druckschrauben oder hydraulischen Pressen, welche auf einen besonderen
Preßring wirken, niedergedrückt wird und fortlaufend durch Aufbauen über Tage
ergänzt wird. Das Material besteht in Mauerung für die oberen Teufen, und wenn
der Schwimmsand nicht über 20 m mächtig ist, sonst in Eisen. Das Abteufen inner—
jalb des Senkschachtes geschieht entweder mit Wasserhaltung durch Handarbeit oder
»hne Wasserhaltung durch Senkbohrer oder Bagger.
Die Senkmauern ruhen auf einem Schneidekranz, welcher auf der Sohle eines Vor—
schachtes eingebaut wird. Derselbe wird entweder aus Holz oder aus Gußeisen
gefertigt.

244.

Der hölzerne Schneidekranz besteht aus mehreren über einander folgenden, durch
Bolzen zusammengehaltenen Holzlagen von nach unten hin abnehmender Breite. Dieser
Fuß endigt in einer ringförmigen Schneide aus Eisen. Behufs gleichmäßigen Ein—
inkens der Mauer muß die Außenseite möglichst glatt sein, zu welchem Zwecke man sie
zuch mit einem Bretterverschlage oder mit Eisenblech umgiebt. — —
Die eisernen Senkschächte sind aus Gußeisen gefertigt und entweder aus einzelnen
Tubbings oder aus geschlossenen Cylindern zusammengesetzt; in beiden Fällen werden
die einzelnen Theile verschraubt, und die Fugen mit Weidenbrettchen, Bleiblech oder
getheertem Hanf abgedichtet. Um wegen des Sinkens eine glatte Außenfläche zu haben,
müssen sich die Flantschen im Innern des Schachtes befinden. Auch die eisernen Senk—
chächte haben an ihrem unteren Ende einen Schuh, der aus gußeisernen Segmenten
zusammengesetzt ist. Das Gelingen der Senkarbeit hängt wesentlich davon ab, ob ein
wasserdichter Abschluß auf der Schachtsohle hergestellt werden kann. Am einfachsten ist
das Ziel zu erreichen, wenn man den Senkschacht etwa 2 mm tief in thoniges Gebirge
hineinfallen lassen kann. Ist das nicht möglich, wie bei Bestehen der Schachtsohle aus
festem Gestein, so muß dieselbe unter Wasser mit einer dicken Lage von hydraulischem
Mörtel ausgegossen werden, nach deren Erhärten man die Wasser sümpft.

246.
            
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