Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

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gesichert, die Hohlräume zwischen Verzug und Stoß sind mit Bergen gut zu verfüllen.
Bei sehr starkem Gebirgsdruck stellt man wohl Thürstock an Thürstock unmittelbar.
Zimmerung in Schächten wird als endgültiger Ausbau gewöhnlich nur bei rechteckigem
Querschnitt angewandt.
Bei rundem Querschnitt dient acht- oder zehneckige Zimmerung zwar als ver—
lorener Ausbau, der definitive Ausbau aber erfolgt in Mauerung oder in Eisen, weil
diese sich besser der Kreisform anpassen und fast keine Ausbesserungen erfordern.
Die rechteckige Schachtzimmerung besteht aus einzelnen Gevieren, deren jedes sich
entsprechend dem Schachtquerschnitte aus zwei langen und zwei kurzen Hölzern, den
„Jöchern“, zusammensetzt. Die Hölzer werden durch Ueberblatten, und zwar durch
Einschneiden bis zur halben Holzstärke, mit einander verbunden. Je nachdem Joch auf
Joch liegt, oder die einzelnen Jöcher durch Bolzen gegen einander abgesteift werden,
unterscheidet man ganze Schrotzimmerung und Bolzenschrotzimmerung. Bei stand—
festem Gebirge, wo kein Schachtausbau nöthig ist, werden nur Einstriche zum Einbau
der Leitkäume, der Fahrung und der Wasserhaltungsmaschinen eingebaut. Das erste
Gevier nennt man „Tagejoch“, seine Hölzer sind wesentlich länger, als die der anderen
Jöcher und finden ihr Auflager in dem Schachtstoße.
Gauze Schrotzimmerung wird bei stärkerem Drucke angewendet und in Rundholz oder
in beschlagenen Hölzern ausgeführt. Man unterscheidet dabei besondere Haupt- oder
Tagejöcher, welche, wie die Firststempel, in Bühnloch und Anfall verlegt werden, so daß
von ihnen die zwischenliegenden Jöcher getragen werden.
Bei der Bolzenschrotzimmerung werden die einzelnen Geviere in bestimmten Ab—
ständen gegen einander durch Bolzen abgesteift und darauf je nach der Natur des
Gesteins die Felder dicht oder mit Zwischenräumen verzogen. Bei dichtem Verzuge
müssen die Enden der Verzugsbretter („Pfähle“) hinter den Jöchern über einander
greifen und ein jedes durch Einschlagen zweier Keile in seiner Lage erhalten werden,
so daß dieselbe eine geneigte ist. (Pfändung.) Außerdem werden noch in den Schachtecken
 und inmitten der langen Jöcher Wandruthen angebracht.
Getriebezimmerung wird in losen Massen, wie Sand, Gerölle, Bruchmassen, auch in
Schwimmsand, wenn derselbe wenig Wasser führt, angewendet, und zwar sowohl in
Strecken, als auch in Schächten. Es soll durch sie der betreffende Grubenraum dicht
gegen die losen Massen verkleidet werden; der Vertrieb muß derartig allmählich erfolgen,
daß ein Nachstürzen der losen Massen in den offenen Raum verhindert wird. Der ein—
fachste Fall ist der, daß in Strecken nur an der Firste abgetrieben wird, wie z. B. beim
Aufwältigen von alten Strecken. Dazu kommt unter Umständen das Abtreiben der
Stöße und auch der Sohle, während beim Schachtabteufen alle Stöße gleichmäßig ab—
getrieben werden.
Beim Abtreiben der Firste stellt man über dem letzten Thürstock vor der abzutreibenden
Strecke einen Schlitz her und treibt zunächst einen Ansteckstempel ein, über welchem die
Pfähle des ersten Feldes in die losen Massen vorgetrieben werden. Diese Pfähle sind
starke, glatt behobelte Bretter, die vorn, um das Eindringen in die Massen zu erleichtern,
so geschärft sind, daß die Schneide den Pfahl nach außen weist, um dem Druck zu
begegnen. Ein Arbeiter treibt die neben einander liegenden Pfähle mit dem Treibe—
            
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