215.
216.
217
218.
219.
220.
werden entweder unbearbeitet verwendet oder zu Quadern bearbeitet. Ziegel werden
in den Abmessungen 6) 12)25 cm gefertigt. Andere Ziegel nennt man Formziegel.
Gewölbeziegel haben keilförmigen Querschnitt. Ziegel müssen gerade Kanten und
Flächen haben und, damit der Mörtel bindet, vorös sein. Besonders gut gebrannte
Ziegel nennt man Klinker.
Mörtel unterscheidet man in Luft- und Wasser-Mörtel oder hydraulischen Mörtel.
Ersterer erhärtet an der Luft, würde aber im Wasser zerfallen, letzterer erhärtet auch
unter Wasser. Luftmörtel besteht aus gelöschtem Kalkstein mit einem Zusatze von
Sand und Wasser; zur Bereitung von hydraulischem Mörtel dient ein Kalkstein von
bestimmtem Gehalte an kieselsaurer Thonerde. In der Natur vorkommende derartige
Kalksteine nennt man Romancement, künstliche Mischungen Portlandcement. Cemente
müssen trocken aufbewahrt und sofort nach der Mengung mit Sand (2—3 Theile) und
Wasser verbraucht werden, da sie sonst durch Erhärten unbrauchbar werden.
Das Gezähe des Maurers sind: der Maurerhammer, einerseits mit Schneide, anderer⸗
seits mit Bahn versehen, und Mörtelkellen verschiedener Form, breitere zum Mauern
'elbst, schmälere zum Fugen.
Zimmerung wird entweder in die bereits vorhandenen freien Räume, also nach der
Gewinnung, eingebaut, oder sie geht der Gewinnung vorher, indem Theile der Zimme—
rung in die anstehenden (losen oder rolligen) Massen hineingetrieben und diese dann
erst gewonnen werden: Getriebezimmerung. Die erste Art theilt man je nach dem
Orte der Verwendung ein in Zimmerung in Abbauen, Strecken und Schächten.
Die Zimmerung in den Abbauen hat den Zweck, das frei gewordene Hangende oder
hangende Schichten der Lagerstätten eine Zeit lang zu unterstützen, oder die rolligen
Massen benachbarter Brüche von den im Verhiebe stehenden Abbauen fern zu halten.
Man nennt ein zwischen Sohle und Firste frei eingebautes Holz, wenn es den Gebirgs—
druck hauptsächlich in der Längsrichtung (Faserrichtung) aufzunehmen hat, Stempel,
wenn der Druck aber vorzugsweise senkrecht zur Faserrichtung wirkt, Bolzen.
Die Stempel werden bei flach fallender Lagerstätte senkrecht zwischen Hangendem und
Liegendem, bei steil einfallender, besonders im Gangbergbau, steiler aufgestellt. Sie
werden in die Sohle eingebühnt und mit Anpfählen am Hangenden, bei weicher Sohle
auch mit Fußpfählen versehen. Bei klüftigem Hangenden werden über den Stempeln
Unterzüge eingebaut und wohl auch noch die Felder zwischen diesen verzogen.
Die Thürstöcke erhalten bei der Zimmerung in Strecken etwas Neigung nach innen.
Je nach der Art der Verbindung von Kappe und Thürstock unterscheidet man polnische
Thürstöcke, bei welchen entweder mit 2 Sägeschnitten oder durch Aushacken mittelst
Beiles eine Schar hergestellt wird. Deutsche Thürstöcke, bei welchen mit der Säge an
den Stempeln und der Kappe Ueberblatten (an der Kappe „Blatt“, an den Stempeln
„Gesicht“ genannt) hergestellt werden, und schwedische Thürstöcke, bei welchen Stempel
und Kappe abgeschrägt sind.
Bei starkem Seitendruck kommt unter die Kappe zwischen die Stempel eine
Spreize; lange Kappen werden durch einen Mittelstempel unterstützt, Firste und Stöße
zwischen zwei Gevieren werden durch den Verzug (Schwarten, Bretter, Knüppel)