207. Verlorenen Ausbau nennt man einen vorläufigen, der zuweilen dem endgültigen vor—
ausgeht.
Als Material für die Zimmerung dient Nadel- und Laubholz, von Nadelhölzern am
häufigsten die Kiefer, von Laubhölzern Eiche und Buche. Die Nadelhölzer haben vor
den Laubhölzern den Vorzug des geraden Wuchses, erstere nennt man auch weiches, Eiche
dagegen hartes Holz. Im Allgemeinen ist das dichteste und harzreichste Holz das beste;
wesentlich für die Wahl des Holzes ist sein Preis.
Die Haltbarkeit des Holzes ist sehr verschieden. Dasselbe wird entweder durch den
Druck zerbrochen oder durch Fäulniß zerstört. Man hat zu unterscheiden: nasse Fäul—⸗
niß, das eigentliche Verfaulen und trockene Fäulniß, das Vermodern des Holzes.
Ersteres tritt ein, wenn das Holz abwechselnd Nässe und Trockenheit ausgesetzt ist und
bald warm, bald kalt wird. Ein Gegenmittel besteht darin, daß man die Zimmerung,
um sie beständig feucht zu erhalten, bewässert, man läßt zu diesem Zwecke aus Rohr⸗
leitungen feine Wasserstrahlen gegen das Holz spritzen.
Das Vermodern ist eine Folge der Zerseßzung der Säfte des Holzes und wird durch
feuchte, warme Wetter begünstigt; möglichst saftfreies Holz ist dem Vermodern am
wenigsten ausgesetzt. Deshalb läßt man das Holz vor dem Einbau an freier Luft aus—
trocknen. Am besten ist das Entfernen der Säfte aus dem Holze, indem man in der
Faserrichtung Dampf hindurch preßt; auch wird das Holz mit fäulnißwidrigen Stoffen
getränkt (imprägnirt). Als Imprägnationsmittel werden verwandt: besonders Koch—
salzlösung, Eisen- und Kupfervitriol, Chlorzink und Kreosot.
Das Holz wird gewöhnlich in der erforderlichen Stärke und Länge, als Stempel
u. s. w. direkt angeliefert. Nur das Holz, welches für besonderen Gebrauch bestimmt,
besonders zugeschnitten werden muß, wird als Stammholz angekauft.
212. Gezähe beim Grubenausbau:
a) Art und Beil, erstere zweiseitig, letzteres einseitig geschliffen.
b) Die Säge, einmännisch oder zweimännisch; in letzterem Falle ist das Sägeblatt
dünner und darf auf beiden Seiten nur ziehend nicht schiebend gehandhabt
werden; die Zähne stehen abwechselnd etwas nach außen, damit das Blatt nicht
klemmt (die Säge ist geschränkt).
Sperrmaß, bestehend aus 2 Holzstäben, welche zusammen etwas länger, als
die zu messende Entfernung sein müssen.
Setzwaage und Loth zur Bestimmung der waagerechten und lothrechten
Richtung.
e) Schlägel und Eisen oder Steinmeißel zum Vorrichten der Widerlagsflächen.
213. Ausbau in Eisen. Als Material werden Landes-Eisenbahnschienen und Gruben—
schienen, Winkel-⸗, V⸗, P⸗ und T-Eisen, sowie auch fertige Streckengestelle von
7T- und T-Eisen verwendet. Die Bearbeitung des Eisenmaterials wird gewöhnlich
vermieden; es dienen dazu Schrotmeißel und Hammer. Zum Geraderichten erhitzt man
verbogene Eisentheile in besonderen Glühöfen.
Material für die Maunerung sind Steine und Mörtel. Mauerung ohne Mörtel heißt
krockene im Gegensatz zur nassen Mauerung, die mit Bindemittel ausgeführt wird.
Die Steine sind entweder natürliche, Bruchsteine, oder künstliche, Ziegel. Bruchsteine
214.