Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

201.

Flötz rein gelagert ist und die nöthige Mächtigkeit besitzt, also gar keine oder doch nur
ganz wenig Berge fallen.
Bei breiten Abbaustrecken mit Wetterzug werden die Durchhiebe nach Bedarf, d. h.
venn dieselben nothwendig werden, gehauen.
Bei schmalen Abbaustrecken jedoch muß von 20 zu 20 mmeein Durchhieb gehauen
werden. GBergpolizeiverordnung für den Betrieb der Schlagwettergruben im Bezirke des
Königlichen Oberbergamts Bonn vom 1. August 1887, 8 10, Abs. II und III.)
Der Abbau beginnt in der Weise, daß sämmtliche Pfeiler ohne Ausnahme, in streichen⸗
der Richtung nach dem Bremsberge zu, zurückgebaut werden. Der nächst obere Pfeiler
muß hierbei immer 5 bis 6 mn dem folgenden nächst tieferen Pfeiler voraus zu Felde
stehen.

Sicherheitspfeiler bleiben bei dieser Abbauart nur dann über der unteren Grund⸗—
strecke (Grundstrecke in der Fördersohle) stehen, falls diese Grundstrecken aus besonderen
Gründen offen gehalten werden müssen: im andern Falle nicht.
202. Aufzer diesem streichenden Pfeilerban kommt auch schwebender und diagonaler vor,
je nach der Richtung der Ablösen in der Kohle, doch sind in Schlaawettergruben diese
beiden Methoden zu vermeiden.
203. Sehr mächtige Flötze werden häufig scheibenförmig abgebaut.
204. Bei entsprechender Lagerung werden wohl auch mehrere Flötze zugleich gruppenweise
abgebaut.
Sind Bergemittel im Flötz vorhanden, so kann man verschieden verfahren:
a) Man baut zunächst nur die Oberbank ab, und erst, wenn das Hangende zu
Bruche gegangen, und der Bruch sich gesetßt hat, die Unterbank.
Vorrichtung und Abbau werden in beiden Bänken gleichzeitig vorgenommen,
jedoch so, daß die Oberbank immer etwas voraus ist.
Die Vorrichtung findet nur in der Unterbank statt, von dieser aus wird das
Bergemittel durchbrochen. und die Oberbank abgebaut, während die Unterbank
nachfolgt.
Die Unterbank wird abgebaut und versetzt, und es wird dann vom Versatz aus
die Oberbank in Angriff genommen.

V. Grubenausbau.

205. Zweck des Grubenausbaues ist die Sicherung der ausgehauenen Grubenräume gegen
die Einwirkungen des Gebirgsdruckes. Der wasserdichte Ausbau hat außerdem den
Zweck, das Wasser abzuhalten. Während somit im Allgemeinen der Ausbau der
Gewinnung folgt, kommen doch auch Fälle vor, in welchen er der Gewinnung vorangeht,
woie bei der Getriebezimmerung, dem Niederbringen von Senkschächten u. s. w.
Material für den Kusbau ist Holz (Zimmerung), Stein (Mauerung) oder Eisen.
Letzteres hat sich erst in den letzten Jahrzehnten eingebürgert: es nimmt bei gleicher
Widerstandskraft den kleinsten Raum ein, während die Auswechselung manchmal sehr
umständlich ist, ebenso, wie bei Mauerung.

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