Strecken aufgefahren und durch einen Zwischenschacht verbunden werden. Vom tiefsten
Punkt des Zwischenschachtes beginnt der Abbau und wird nach oben fortgesetzt und zwar
einflügelig oder zweiflügelig, indentftweder nach einer Seite oder nach beiden hin
zunächst einen Stoß belegt und diesem, sobald er weit genug vorgetrieben, einen zweiten,
dem einen dritten u. s. f. folgen läßt. Dabei ist die Firste der unteren Grundstrecke mii
starker Zimmerung zu versehen (Kastenzimmerung), damit der Bergeversatz einen Stütz—
punkt findet. Letzterer folgt dem Abbau stets unmittelbar und wird durch die beim
Abbau fallenden tauben Gesteine hergestellt, selten von anderwärts herangeschafft. Auf
dem Bergeversatz stehen die Häuer bei der Arbeit. Die Stöße erhalten eine söhlige Länge
von 10-220 m, eine Höhe von ca. Z3 m. Es wird somit durch dieselben eine umgekehrte
Treppe gebildet, während der Bergeversatz einer richtigen Treppe gleicht. Die Belegung
sedes Stoßes beträgt gewöhnlich 152 Mann.
194. Der Förderung beim Firstenbau dienen Förderrollen, welche im Bergeversatz aus⸗
gespart und beim Fortschreiten des Abbaues nachgeführt werden. Sie werden mittels
trockener Mauerung vor Nachfall der Stöße gesichert und am unteren Ende an der
Grundstrecke durch einen nur beim Fördern zu öffnenden Schieber geschlossen gehalten.
195. Abarten des Firstenbaues sind:
Stoßbau, gebräuchlich beim Abbau von Steinkohlenflötzen mit etwa 400 Ein—
fallen. Hier wird jeder Firstenstoß einzeln fortgetrieben, oft bis zu 200 mm weit.
Man versetzt die Grundstrecke, legt die Förderbahn auf den Versatz und spart
so die Förderrollen, wodurch die Kohle vor Zertrümmerung geschont wird.
Vom Versatz aus gelangen die Kohlen mittels eines kurzen Bremsberqes auf den
bvorderen Theil der Grundstrecke.
196. Strebban findet im Allgemeinen da Anwendung, wo bei flacher Lagerung und Flötz⸗
mächtigkeit bis zu 2 m genügend Berge zum Versatz vorhanden sind. Auf den hiesigen
Gruben wendet man noch da Strebbau an, wo nicht genügend, ja sogar ganz wenig
Berge im Flötze selbst eingelagert sind. In diesem Falle werden die fehlenden Berge
durch fremde Berge ersetzt. Dadurch wird nicht nur der Strebbau auf bergearmen
Flötzen ermöglicht, sondern auch die Förderung von Bergen zu Tage vermindert.
Der Abbau beginnt auf den hiesigen Gruben sehr häufig direkt am Schachte und
wird weder Schacht- noch Grundstreckenpfeiler stehen gelassen. Es tritt an Stelle der
Grundstrecke selbst die Förderstrecke des untersten Strebs und der Grundstreckenpfeiler
wird als Streb Nr. J feldwärts abgebaut.
Die Förderstrecken beim Strebbau werden in Abständen von 15 bis 20 m im
Bergeversatz ausgespart.
Je nach der Richtung der Streben unterscheidet man streichenden, schwebenden und
diagonalen Strebbau. Die Wahl desselben richtet sich nach dem Verhalten der Lager⸗
stätte: sind Ablösen von bestimmter Streichrichtung vorhanden, so wird die Richtung
zweckmäßig, der leichteren Gewinnung wegen, senkrecht zu denselben gewählt. Indessen
sind auch andere Gesichtspunkte für die Wahl ausschlaggebend. Sonst wendet man bei
steilerer (bis 300) Lagerung streichenden, bei mittlerer Steigung diagonalen und bei
flachem Einfallen schwebenden Strebbau an.
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