Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

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Einbruch bildet zugleich das Vorgesümpfe zur Ansammlung der Wasser. Man hält
bei festem Gestein und wenig Druck die Schachtsohle in Strossenform, um möglichst
diel Arbeiter anlegen zu können, dagegen bei starkem Gebirgsdruck möglichst eben, um
den Ausbau dem Abteufen möglichst bald folgen zu lassen.
Die Herstellung der Schächte kann auf bereits im Betriebe befindlichen Gruben be⸗
schleunigt werden, indem man nach genauen markscheiderischen Angaben den Schacht—
ounkt von verschiedenen Sohlen aus unterfährt und dann Ueberhauen und Abteufen
helegt. Die Wasserhaltung in den Abteufen kann erspart werden, indem man die
zusitzenden Wasser durch Bohrlöcher bis auf die nächsttiefere Sohle verfüllt und dort
den Wasserhaltungsmaschinen zuführt.
Soll ein vorhandener Förderschacht ohne Störung der Förderung weiter geteuft
verden, so teuft man zunächst nur unter dem Fahr- und Wasserhaltungs-Trum etwa
8210 m ab und erweitert dann erst den Schacht auf seine vollen Abmessungen. Die
unter dem Förderschacht belassene Bergfeste schützt die Arbeiter gegen Unfälle. Die
Massen aus dem Abteufen werden zweckmäßig mittels Haspels bis zum liefsten Füll⸗
ort und von da zu Tage gefördert. Die Wasser werden durch kleine, mit Preßluft be⸗
riebene Pumpen (Abteufpumpen) bis zu den Sätzen der Hauptwasserhaltungs⸗
naschine gehoben. Bei weiterem Abteufen im vollen Querschnitt ist dann unter den
Fördertrümern eine starke Schutzbühne einzubauen. Durch letztere wird die bei jedem
Abteufen nothwendige und mit dem Tieferwerden des Schachtes weiter zu senkende
ZSchutzbühne nicht entbehrlich. Ueber letztere müssen sich die Arbeiter nach Anzünden
der Schüsse begeben.
Sin anderes Verfahren besteht darin, daß man den Hauptschacht in einer mittels
dülfschachtes angehauenen tieferen Sohle unterfährt und dann überhaut.
Vom Schachte aus erfolgt die weitere Ausrichtung durch Strecken. Dies sind
Grubenbaue, welche, wie die Stolln, söhlig getrieben werden, aber kein Mundloch
haben. Ausgenommen sind die Tagesstrecken, welche von Tage her mit schwachem Ein—
allen auf einer Lagerstätte getrieben werden.
Man unterscheidet nach dem Verhältniß zur Lagerstätte: streichende Strecken, welche
öhlig und im Streichen der Lagersicctten getrieben sind; die rechtwinklig zu diesen
zehenden, im Fallen der Lagerstätte getriebenen Strecken heißen schwebend, wenn sie
Ansteigen haben, einfallend, wenn sie Fall haben. Diagonale Strecken liegen zwischen
Streichen und Fallen.
Eine querschlägige Strecke (Querschlag) ist im Nebengestein aufgefahren; man unter⸗
cheidet: Schachtquerschlag, Hauptquerschlag, Wetterquerschlag.
Nach den Zwecken, denen die Strecken dienen, unterscheidet man: Förderstrecken,
Wetterstrecken, Wasserstrecken (welche die Grubenwasser zur Wasserhaltungsmaschine
leiten), Sumpfstrecken, in denen sich die Grubenwasser ansammeln und klären. Grund—
trecken nennt man diejenigen streichenden Strecken, durch welche eine Lagerstätte in
Hauptabschnitte getheilt, d. h. vorgerichtet wird.
Die Strecken werden im Allgemeinen möglichst gerade getrieben und mit regel—
mäßigem Ansteigen. Die gewöhnliche Belegung des Streckenortes besteht aus 2 Häuern
und 1 Fördermann.
            
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