Die lichten Abmessungen der Fördertrümmer sind bei Schaalenförderung für
einen Hund etwa 2. 0,9 m, bei zwei Hunden neben einander 2. 1,7 im, für den
Fahrschacht braucht man höchstens 1m Breite. Der Querschnitt des Wasserhaltungs—
rummes richtet sich nach der Einrichtung der Wasserhaltungsmaschinen.
VBei der Wahl des Schachtansatzpunktes sind die Verhältnisse über und unter Tage
maßgebend. In erster Beziehung hat man Rücksicht zu nehmen auf Haldensturz, benutz—
zare Wasserkräfte und bequeme Anfuhrwege; von natürlichen Wasseransammlungen
Jält man sich genügend entfernt. In zweiter Hinsicht ist die Lagerstätte und das be—
deckende Gebirge zu berücksichtigen. Was das Einfallen der Lagerstätte betrifft, so
ist der Schachtpunkt so zu wählen, daß für die in Aussicht genommene Tiefe die
Summe der sämmtlichen Querschläge möglichst gering ist. Bezüglich der streichenden
Ausdehnung der Lagerstätte setzt man den Schacht möglichst in die Mitte des Abbau—
feldes, damit die Jörderlängen aus beiden Feldhälften gleich werden. Das Abbaufeld
für einen Schacht ist, namentlich bei geringer Teufe, wegen der Kosten der Förderung und
Streckenunterhaltung nicht zu groß zu wählen.
Beim Kohlenbergbau ist die größte Tiefe, bis zu welcher der Schacht überhaupt nieder—
gebracht werden soll, durch die geologischen Verhältnisse von vornherein gegeben. Bei
nauldenförmiger Ablagerung der Kohle ist es am vortheilhaftesten, wenn einer der
Schächte die Flötze im Muldentiefsten durchteuft.
Sind die Gebirgsverhältnifse durch Bohrungen oder anderweite Aufschlüsse be⸗
kannt, so vermeidet man bei Auswahl des Schachtpunktes vor Allem schwimmendes
Bebirge, stark wasserführende Schichten, zexrüttetes Gebirge, Verwerfungen u. s. w.
Auch ist das Durchteufen alter Baue oft mit Schwierigkeiten verknüpft, namentlich
venn dieselben mit Wasser oder mit schädlichen Gasen angefüllt sind.
Das Abteufen erfolgt in festem Gebirge entweder mit Hülfe der gewöhnlichen Ge—
vrinnungsarbeiten oder durch Abbohren. In letzterem Falle ist der Schachtquerschnitt
mmer rund; die Wasserhaltung kann dabei erspart werden.
In schwimmendem Gebirge erfolgt das Abteufen durch Abtreibearbeit, durch eigent⸗
iche Senkschächte obder nach dem Gefrierverfahren von Pötsch. Bei der Abtreibe⸗
arbeit müssen die Wasser stets von der Sohle fortgehoben werden.
167. Senkschächte bestehen aus Mauerung, selten aus Zimmerung, oder aus Gußeisen, selten
aus Eisenblech. Dabei werden die festen Massen durch Senkbohrer aufgehoben. Die
Auskleidung sinkt durch ihr eigenes Gewicht immer tiefer ein und muß allmählich
höher aufgeführt werden. Man hat dabei für ein senkrechtes Einsinken Sorge zu
—E0 sinkende Be⸗
cleidung mit Gewichtsmassen beschweren oder sie einrammen und einpressen.
Das Verfahren von Pötsch besteht darin, daß die Wasser im schwimmenden Gebirge
zdurch Einführung einer Kältemischung zum Gefrieren gebracht werden und dann in
dem so festgewordenen Gebirge in gewöhnlicher Weise abgeteuft wird.
Zur Kontrolirung der saigeren Lage der Stöße werden bei Richtschächten Lothe ein—
Jehängt. Die Lage des Einbruchs wird bei runden Schächten und flacher Lagerung
der Gebirgsschichten in die Mitte der Schachtscheibe gelegt, bei stärkerer Neigung der
Schichten aber und bei anderen Formen des Schachtes in den einfallenden Stoß. Der
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