Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

Schwefelfaden (Schwefelmännchen) angezündet, worauf sich der Häuer schleunigst in
Sicherheit bringt. Der angebähte Schwefelfaden soll daher die nöthige Länge haben
und nach aufwärts gerichtet sein, damit er langsam abbrennt. Das Sprühfeuer des
Schilfzünders gelangt durch den Zündkanal zur Pulverladung und bringt sie zur
Fxplosion.

128. Statt der Schilfröhrchen oder Strohhalme verwendet man auch kleine, mit Pulver
gefüllte Vapiertüten.
129. Die Zündschnur von Bickford, auch Sicherheitszünder genannt, besteht aus einem Hanf—
geflecht, welches eine Pulverseele umschließt; für nasse Löcher werden auch Zündschnüre
mit wasserdichtem Ueberzuge, gewöhnlich Guttapercha, angewendet.
Beim Wegthun von Pulverlöchern mittels Zündschnur wird ganz ähnlich, wie beim
Gebrauch der Schilfzünder verfahren, nur wird ein entsprechend langes Stück Zünd—
schnur in der Pulverladung befestigt. Beim Aufbringen des Besatzes ist darauf zu
achten, daß die Zündschnur gerade straff gehalten wird, damit sie einerseits nicht aus
der Pulverpatrone herausgezogen, andererseits aber auch nicht durch den Stampfer
erfaßt und verletzt wird. Der Schwefelfaden wird in das obere aufgeschnittene Ende
der Zündschnur so eingebäht, daß er mit der Pulverseele in Berührung kommt.
Beim Wegthun der Schüsse mit brisantem Sprengstoff wird das untere Ende der
Zündschnur in ein Zündhütchen mit Knallquecksilbersatz hineingeschoben und das Hüt—
hen mittels einer Zange an die Zündschnur fest angekniffen. Das Zündhütchen wird
dann in die oberste Patrone hineingedrückt. Beim Besetzen sind nur leichte Schläge
zu führen, da durch heftige Schläge das Knallquecksilber sich entzünden könnte. Werden
mehrere Patronen für eine Ladung verwendet, so ist von der Papierhülle so viel an
den Enden der Patronen zu entfernen, daß der Sprengstoff der einzelnen Patronen
in gegenseitiger Berührung steht, da nur in diesem Falle die Explosion aller Patronen
zesichert ist. Gebraucht man diese Vorsicht nicht, so kann leicht eine Patrone sitzen
bleiben und zu Gefahren Veranlassung geben, sei es, daß sie unter die losgelösten Massen
zeräth oder in einer Pfeife stecken bleibt.
Bei der elektrischen Zündung, denen als Zünder zwei zusammengedrehte, mit Gutta—
percha überzogene Drähte, deren Spitzen, je nachdem die Zündung unmittelbar durch
Feuer (beim Pulber) oder durch Schlag (bei Dynamit) erfolgen soll, entweder in
feinem Pulber oder in einem mit Knallsatz gefüllten Zündhütchen stecken, während die
oberen Enden aus dem Besatze hervorragen und durch die Leitungsdrähte mit der
zündmaschine verbunden werden. Als Zündmaschinen verwendet man Reibungs—
naschinen (System Bornhardt), welche durch Drehung von Hartgummischeiben zwischen
einem aus Pelzwerk bestehenden Reibzeuge in Funktion gesetzt werden.
Vortheile der elektrischen Zündung: man kann eine größere Anzahl Schüsse aus
bedeutender Entfernung entzünden; Nachschüsse, die bei Verwendung von Zünd—
schnur durch unregelmäßigen Brand der Pulvberseele eintreten können, sind ganz aus—
geschlossen, Versager selten. Für Schlagwettergruben kommt hinzu, daß das Sprüh—
feuer der Zündschnur fortfällt. Andererseits wäre für letztere und bei Gegenwart
oon Kohlenstaub das Ueberspringen von Funken schädlich, was man durch Ueber—

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