Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

44

Das Umsetzen des Bohrers geschieht während seiner Rückbewegung, und zwar ent—
weder mittels Schaltrades, Schubklinke und Dornes oder vermöge Stange mit Drall—
zügen, Sperrrad und Sperrklinke.
Bei der erstgenannten Einrichtung wird durch Hebelübertragung vom Kolben aus bei
jsedem Kolbenrückgange das Schaltrad mittels der Schubklinke um einen Zahn gedreht,
hierbei wird ein kantiger Dorn und auch der Kolben mit dem Meißelbohrer gedreht.
Der Dorn ist entweder mit der Achse des Schaltrades fest verbunden und der Kolben
schiebt sich beim Rückgange über denselben hinweg, oder der Dorn bildet die hintere
chwache Kolbenstange, welche sich durch die Achse des Schaltrades hindurch schiebt. Beim
Vorstoß steht das Schaltrad still und der Kolben geht geradeaus.
Bei der zweiten RMnordnung ist die Stange mit Drallzügen (Vertiefungen, welche
spiralförmig auf der cylindrischen Stange verlaufen) in gleicher Weise entweder als
schwache hintere Kolbenstange mit dem Kolben oder mit dem Sperrrade verbunden.
Bewegt sich der Kolben rückwärts, so wird das Sperrrad durch die Klinke festgehalten
und der Kolben muß sich den Drallzügen entsprechend drehen, bewegt sich der Kolben
borwärts, so geht er geradeaus und das Sperrrad dreht sich unter der Sperrklinke fort.
Das Vorrücken der Maschine muß, wenn es selbstthätig bewirkt wird, nur dann er—
folgen, wenn das Wohrloch um ein entsprechendes Stück vertieft worden ist. Die
Maschinen verlieren dadurch an Einfachheit und werden reparaturbedürftiger. Das
Vorrücken geschieht daher meist mit der Hand und zwar durch Drehung einer Schrauben—
spindel in einer mit der Maschine verbundenen Schraubenmutter. Es sind daher die
Bohrmaschinen entweder mittels an den Cylindern angegossener und durchlochter Lappen
auf einem Rahmen befestigt oder die Maschinen sind von einem Führungsmantel um—
geben und werden in demselben mittels Nuten und Federn geführt.
Die Aufstelluug der Bohrmaschinen vor Ort geschieht mittels Spannsäulen. Diese
bestehen aus zwei Theilen, die gegen einander entweder als Schraubenspindel in einer
Schraubenmutter oder als Plungerkolben in einem entsprechenden Cylinder beweglich
—DD0
hervorgebracht werden.
Die Spannsäule kann in beliebiger Stellung vor Ort eingesetzt werden. Mit der
Bohrmaschine können daher vor Ort in jeder beliebigen Richtung Löcher gebohrt werden.
Besonders wichtig ist es dabei, daß die Bohrmaschine schnell aufgestellt werden kann und
daß sie in der Richtung des Loches unverrückt stehen bleibt. Zuweilen sind mehrere
Spannsäulen mit einem starken Wagen verbunden. Die ganze Einrichtung nennt man
dann Bohrmaschinengestell.
Das Löffeln beim Maschinenbohren pflegt man dadurch zu ersparen, daß man Druck
wasser in das Bohrloch spritzt, zu gleicher Zeit wird hierdurch der Bohrer gekühlt.
103. Die Anzahl der verschiedenen Bohrmaschinenkonstruktionen ist eine s ehr große. Für
die praktische Verwendung einer Bohrmaschine sind von der größten Bedeutung: einfache
und starke Bauart, nicht zu großes Gewicht, verdeckte Lage der beweglichen Theile und
leichtes Auswechseln derselben. Für jeden Betriebspunkt sollte eine Reservemaschine
vorhanden sein.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.