Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

68.

69.

Die Ausführung geschieht derart, daß unter Rücksichtnahme auf die Lage der freien
Flächen die Gezähestücke in die vorhandenen Klüfte eingetrieben oder eingezwängt und
durch Erweitern derselben kleinere Stücke oder größere Mafssen gelöst werden.
Die Gezähe sind: das Treibfäustel, der Keil, der Fimmel, das Legeisen, die Brechstange,
der Spitzhammer.

D. Arbeit mit Schlägel und Eisen.

70. Die Arbeit mit Schlägel und Eisen war bis zur Einführung der Schießarbeit beim
Bergbau um das Jahr 1640 die einzige Gewinnungsarbeit für feste Gesteine, jetzt dient
sie nur noch als Hülfsarbeit bei der Sprengarbeit zum Zubrüsten. Außerdem findet sie
Anwendung zur Herstellung ebener Flächen und da, wo die bei der Schießarbeit unver—
meidliche Zerklüftung und Erschütterung der Stöße vermieden werden soll, z. B. beim
Grubenausbau zum Herrichten von Anfall und Bühnloch für das Einbauen von Hölzern
zum Hauen von Widerlagern für Mauerbögen und dergleichen.
71. Als Gezähestücke finden Schlägel und Eisen Verwendung.
72. Auf den Eisenriemen wird eine Anzahl Eisen aufgereiht, da sich die Spitze leicht abnutzt
und mittels desselben auf der Schulter ein- und ausgeführt.
Vei Ausführung der Arbeit wird mittels des Fäustels auf das mit der linken Hand
geführte Eisen geschlagen, in zerklüftetem Gestein wird, wie bei der Hereintreibearbeit
berfahren, in Festem werden parallel verlaufende Furchen ausgearbeitet und darauf die
zwischen denselben stehen gebliebenen Grate nachgenommen.
Die Leistung der Arbeit mit Schlägel und Eisen war beim Streckenbetrieb in festem
Gestein eine sehr geringe: 10 m Jahresleistung. Die durch Schlägel und Eisenarbeit
hergestellten Strecken zeichnen sich durch glattbehauene Stöße und Firste, sowie durch
geringe Breite (0,5—0,75 m) und geringe Höhe (bis 2,5 m) aus.

LB. Die Sprengarbeit.

75. Bei der Sprengarbeit hat man zu unterscheiden: die Herstellung des Bohrloches, eines
chlindrischen Hohlraumes, durch Bohren, das Laden des Bohrloches, Einbringen des
Sprengstoffes in den tiefsten Theil desselben, das Besetzen des Bohrloches, Ausfüllen
seines vorderen Theiles unter Belassung eines Zündkanals und das Wegthun des
Bohrlochs, Entzündung des Sprengmittels. Bei letzterer überwindet die Spannung der
Sprenggase die Gesteinsspannung und der Zusammenhang des Gesteins wird getrennt.
76. Demnach sind folgende Abschnitte zu unterscheiden:
L., die Herstellung der Bohrlöcher:
a) durch Handarbeit,
b) durch Maschinenarbeit;
2., die Spreng- und Zünd-Mittel,
3., das Besetzen und Wegthun der Bohrlöcher.
            
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