Full text : Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

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braucht der Arbeiter nur ein einziges Helm mit Blatt und hat nicht ganze Bündel von
Keilhauen, sondern nur die leicht zu transportierenden Spitzen in die Schmiede zu
schaffen.
Dder Helm der Keilhaue wird am vortheilhaftesten aus Eschen- oder Weißbuchen-Holz
gefertigt. Das Bestecken (Befestigen des Helmes) geschieht bequem mittels eiserner
Federn, auch befindet sich wohl unterhalb des Auges eine Verlängerung des Blattes, ein
'ogenannter Bart, wodurch der Helm fester sitzt.

Die wichtigste Anwendung findet die Keilhauenarbeit beim Herstellen enger und tiefer
Einschnitte. Liegt ein solcher Einschnitt in der Flötzebene, so heißt er „Schram“, liegt er
rechtwinklig zur Flötzebene, so heißt er „Schlitz“ oder „Kerbe“.
Die Lage des Schrams ist keine bestimmte. Im Allgemeinen legt man ihn an eine
solche Stelle, wo er am billigsien herzustellen ist und die Reinheit der Kohle am wenigsten
heeinträchtigt, z. B. in eine milde Schieferlage, mag dieselbe nahe am Liegenden sein
oder nicht. Ist das Flötz frei von Schieferlagen, dann wird stets auf dem Liegenden
geschrämt. Die Schlitze legt man an den rechten und linken Stoß.

Durch Schrämen und Schlitzen will man den Zusammenhang der zu gewinnenden
Fossilien mit ihrer Umgebung verringern und dadurch die Gewinnung erleichtern. Es
vird dadurch die Zahl der freien Flächen vermehrt und die Gesteinsspannung ver—
mindert. Man schrämt und schlitzt O0,.521mme tief, am besten bis an ein Ablösen. Die
Oberbank ist durch Stehenlassen eines sogenannten Beines im Schram oder durch Ein—
setzen eines Stempelabschnittes gegen das Hereinbrechen zu sichern.
Bei Kohlen soll mit dem Schrämen und Schlitzen ein größerer Stückfall erzielt werden.
Bei harten Kohlen und großer Mächtigkeit derselben muß und kann das Schlitzen und
Schrämen häufig unterbleiben, weil die dadurch bedingte Erhöhung der Selbstkosten
weder mit der Ersparung an Sprengmaterial, noch auch mit dem Mehrgewinn an
Stückkohlen im Verhältniß steht.

Maschinenarbeit als Ersatz der Handarbeit mit der Keilhaue einzuführen, hat man sich
berschiedentlich bemüht und sind Schrämmaschinen der verschiedensten Art konstruiert
worden. Man hat Maschinen mit schabenden, solche mit hauenden und auch mit
stoßenden Werkzeugen konstruiert. Zwei Systeme der letzten Art, welche sich bis jetzt in
der Praxis am besten bewährt haben, die Schrämmaschine von Eisenbeis und die
Jegersoll-Sergeant'sche werden neuerdings fast ausschließlich im Saarbrücker Stein—
kohlenbezirke verwendet. Die erstere hat sich beim Streckenbetrieb gut bewährt, die
etztere scheint sich mehr für den Gebrauch beim Abbau zu eignen.

O. Die Hereintreibarbeit.

67. Die Hereintreibarbeit bezweckt die Gewinnung größerer Gesteinsmassen durch Ein—
treiben von Keilen in die natürlichen oder durch Sprengarbeit entstandenen Absonde—
rungen und Spalten des Gesteins.
            
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