44. Die Schurfgräben werden rechtwinklig zur muthmaßlichen Streichrichtung gezogen und
thunlichst bis auf anstehendes Gestein vertieft. Der ausgehobene Boden wird sofort
wieder verstürzt.
Die Tiefbohrung bezweckt vornehmlich die Untersuchung von Lagerstätten in größerer
Teufe, deren Mineralführung auf größere Erstreckung hin eine annähernd gleichbleibende
zu sein pflegt, wie Kohlenflötze, Salzlagerstätten, Erdöl. Sie wird zum Aufsuchen von
Erzgängen nicht angewandt. Außerdem dienen Bohrlöcher der Gewinnung (Erdöl,
Salz arten), der Wasserhaltung (Abfluß zu einer tieferen Sohle), der Wetterführung
und der Lösung (Abzapfung) alter Grubenbaue. Auch werden Schächte durch Abbohren
abgeteuft.
III. Die Gewinnungsarbeiten und das Gezähe.
46. Gewinnungs⸗ oder Häuerarbeiten sind diejenigen bergmännischen Arbeiten, welche den
Zweck haben, Mineralien oder Gesteine aus dem natürlichen Zusammenhange zu lösen.
so daß sie der Förderung übergeben werden können.
47. Die Gewinnbarkeit der Massen bedingt die Verschiedenheit der Häuerarbeiten und das
Gezähe. Sie hängt ab von der Spannung und von der Härte des Gesteins.
418. Spannung ist derjenige Widerstand, den das Gestein in Folge des Zusammenhanges
seiner einzelnen Theile der Gewinnung entgegensetzt. Zu seiner Ueberwindung dienen
Sprengmittel und Keile.
Härte ist der Widerstand eines Gesteines gegen das Eindringen der Gezähestücke. Seiner
Ueberwindung dienen Bohrmeißel und Keilhaue.
Je geringer diese beiden Widerstände sind, um so größer ist der Erfolg der Ge—
winnungsarbeit und um so geringer der Vreis für eine bestimmte Leistung der Arbeiter
(Gedinge).
51. Die Eintheilung nach der Gewinnbarkeit der Gesteine ist folgende:
L., rollige (Sand, Torf, Gerölle, bereits gewonnene Massen),
2., milde (manche Braunkohlen, Thon),
3., gebräche (manche Sandsteine und Steinkohlen),
4., feste (Kalksteine, Thonschiefer),
5., sehr feste (Quarz, Schwefelkies).
Ferner kann man noch die im Wasser leicht löslichen Gesteine (z. B. Steinsalz)
als besondere Gruppe betrachten. Schwimmendes Gebirge nennt man rollige Massen,
welche viel Wasser enthalten und bei der Bearbeitung dünnflüssig werden.
52. Die Gewinnungsarbeiten werden eingetheilt in:
L., Wegfüllarbeit,
2., Keilhauenarbeit,
3., Hereintreibearbeit,
4., Arbeit mit Schlägel und Eisen,
5.. Sprenaarbeit.