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Uns überwallt; den Kuß der Liebe andachtsvoll
Zu geben und ihn wieder zu empfangen. Schön
Und hehr ist der Begeist'rung hoher Wogendrang
Für Ideale und für große Thaten, die
Der Menschheit Segen streu'n, beglückend und beglückt
Im Strahlenlichte eines edlen Ruhmes uns
Der Gottheit näher führen. — Doch, wie wunderbar!
Inmitten höchsten Glücks, des Augenblickes Huld,
Wenn trunken wir im Blüthenduft des Frühlings steh'n,
Seufzt plötzlich uns're Seele auf, ein leiser Schmerz,
Undeutlich, aber fühlbar faßt uns an. Es ist
Ein Müdesein, ein Hauch von unbekannter Art,
Der flüsternd uns umweht, ein Unbefriedigtsein —
Schnell kam's daher, schnell ist's hinweg und wieder hin.
Und still in's Leere starrt der ernstumflorte Blick.
Ist es das Ahnen einer andern Welt, das uns
Im Augenblick mit Geisterflügeln sanft umrauscht ?
Ein Lichtstrahl aus der Höh'? Ein leises Zwiegespräch
Der Gottheit mit der Seele, ernst, geheimnißvollꝰ
Und wie der Wand'rer auf der Höhe steht und schaut
Der blauen Berge Duft am Horizont, wohin
Von neuem ihn der Reiz des Fernen lockt; wie er
Von Berg zu Berg nun unbefriedigt, ruh'los eilt,
Das Paradies zu finden und es nimmer sieht:
So schwillt das Herz in tiefster Sehnsucht auf.
Wohin 7?
Was suche ich mit irrem Fuß, mit leisem Weh?
Ein Sehnen ist's nach einem unbegriff'nen Siel,
Das ahnungsvoll durch uns're Seele schauert. Ach,