59
An seinen schimmernden Stufen
Steh' einsam ich, allein,
Es läuten die singenden Glocken
Mir in das Herz hinein.
8.
Wie bist du hehr, du Frühlingszeit
In deiner Schönheit Prangen.
Zu deiner jungen Herrlichkeit
Hieht mich ein heiß Verlangen.
So glühte einst in ihrem Blick
Ein wunderbares CLeuchten,
So strahlte mir der Liebe Glück
Aus ihrem Aug', dem feuchten.
Ich glaube gar, die Frühlingszeit
Ist wie mein eignes Lieben.
O Jugendlust und Lenzesfreud'
Wo seid ihr nur geblieben!
9
Noch lebt der Muth, noch pirsch' ich gerne
Beim Sonnenschein und Licht der Sterne.
Noch steh'n die Berge so hoch und hehr.
Sag an, mein Herz, was willst du mehr!
Noch lacht mir Gluth aus ihren Blicken,
Noch will die Lieb' mein Herz beglücken,
Noch rinnt die Woge rauschend her —
Sag an, mein Herz, was willst du mehr!