Full text : Im Mai 1888

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Was gewiß als gutes Zeichen
Treuer Liebe zeugte.

Es war

Aber Wildgraf Harrach einstmals
Schlaflos vor Familiensorgen.
Und so trat er eine Wand'rung
In der Burg an, um in kühler
Nacht das Blut zur Ruh' zu bringen.
Milde schien der Mond. Im Garten
Webten seine falben Strahlen
Schatten und Gestalten leise
Auf den Weg und in's Gebüsch. Still
War die Luft. Balsamisch hauchten
Blumen ihre Düfte. Da auf
Einmal tönt wie Aeolsharfen
CLeis ein wunderbares Singen
Lieblich durch den stillen Garten.
Und Graf Harrach lauscht, und von den
Klängen zaub'risch angezogen,
Folgt er willenlos dem Lockruf.
Da im Mondschein auf dem Steine
Sieht die Waldfrau er in ihren
Reizen, schön wie nur Göttinnen
Sind. Die Cyra in dem Arme
Singt sie von der süßen Liebe,
Vom Verlangen in dem Busen
Und beglückender Gewährung
In gewalt'gen Melodieen.
Klagend, sehnend ist ihr Singen.
            
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