Full text : Im Mai 1888

Wie bist du schön und herrlich, du deutscher Eichen—
wald!
Wie füllest du die Seele mit zaub'rischer Gewalt!
Ein Traum von Mährcheubildern und von glücksel'gem
Sein
Steigt auf im Menschenherzen. Wie bist du schön, du
lieber Hain!

Hallo! das Echo bringet den lauten Ruf zurück.
Die Mädigkeit ist ferne, vorbei das Mißgeschick.
Nur tapfer ausgeschritten, es wird uns noch gelingen.
Und zur Erfrischung Aller laßt uns ein kleines Liedlein
singen.

4. (Cied).

Streif' einsam ich durch Busch und Wald
An schönen und sonnigen Tagen,
Da faßt es mich mit Allgewalt,
Ich kann es nicht singen und sagen.

Es rauscht geheimnißvoll der Wind
Im Laubwerk, es murmeln die Quellen.
Das Röoͤhricht flüstert leis und lind
Am Waldsee, es seufzen die Wellen.

Es ist mir wie ein süßer Vann,
Wie Singen von seligen Chören.
Faßt mich der Nixe Zauber an?
Will sie mich bestricken, bethören? —
            
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