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Antlitz des Mannes ab, daß Friedrich keinen Augenblick an
der Aufrichtigkeit seiner Worte zweifelte.
„Ferdinand“, hub er an, und Friedrichs Stimme hatte
einen Klang, den der Wärter noch nie so recht wahrgenommen
zu haben glaubte, „Ferdinand, Sie haben mir wöhrend
meiner langen Anwesenheit an diesem Orte noch nie Veran—
lassung zur Klage gegeben, ich Ihnen vielleicht auch nicht
und was den Vorgang von diesem Vormittag betrifft, so soll
dieser Mißton wahrlich auch nicht lange mehr nachklingen.
Hier meine Hand darauf ... es bleibt zwischen uns, wie
es früher gewesen ... das Vorgefallene sei begraben und
vergessen für immer.
„Ich danke Ihnen, Herr Bartholdy! Ich wußte, daß Sie
mir keinen Groll nachtragen werden, denn Sie sind keiner
von den niedrig denkenden Menschen, die leider nur zu viel
hier in Zu⸗ und Abgang kommen. Ja, das zwischen uns
Vorgefallene sei begraben und vergessen, wie die Täuschung,
in welcher mein Herz sich befand, als es mit Sehnsucht nach
einem Stern blickte, der sich heute nur als ein Schein, als
fahler Abglanz von Wohlwollen und Güte von oben herab
meinem ernüchterten Verstand zeigt ...“ Ferdinand erzählte
alsdann weiter, wie nach und nach seine Zuneigung zu
Maria Wurzeln schlug und wie er jedes Wort, jedes Thun
und Lassen des von ihm im Geheimen angebeteten Mädchens
zu seinen Gunsten und als Zeichen ihrer erwachenden Liebe
zu ihm gedeutet habe. Er wisse jetzt, daß er sich getäuscht
habe und daß Flemming der Glückliche sei, der die Braut
heimführe. „Darum duldet es mich nicht länger hier; jeder
Angenblich wird mir zur Ewigkeit einer unsäglichen Herzens—
qual.“
„Aber wo wollen Sie denn hin?“ frug unterbrechend
Friedrich.
„Herr, das weiß ich noch selber nicht“, war die Ant—
wort; „aber das weiß ich, daß ich noch jung bin und Soldat
war, daß ich etwas gelernt habe und vielleicht in einem
anderen Lande ein geeigneteres Fortkommen finden werde,
als in einem Staate, wo ich nur ein blindes Werkzeug klein—