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Schweigen über die Ursache seiner heiteren Laune. Selbst—
verständlich war der Ringkampf um die Rose das Haupt—
thema des Tischgespräches, an dem alle, mit Ausnahme
Dora's, den lebhaftesten Antheil nahmen.
„Und wißt Ihr auch — hub Siegfried endlich an —
was die Hauptursache des ganzen Auftritts gewesen ist?“
Alle Augen waren gespannt auf den Fragenden gerichtet.
„Die Liebe — ach! die Liebe, die Liebe war Schuld
daran!“ recitirte der Alte. Alle lachten mit ihm, nur Dora
wurde noch bleicher als bisher und das Glas, das sie eben
zu den Lippen führen wollte, zitterte sichtbar in ihrer Hand.
„Da war ich bei dem Herrn Director, und der legte
mir schwarz auf weiß vor, daß der Ferdinand zu Protokoll
gab, er sei der Meinung gewesen, unsere Maria habe ihm
die Rose zugeworfen, um mit dem Esel auf diese Weise
durch die Blume zu sprechen!“
Die Gesellschaft lachte auf's Neue.
„Da ist gar nichts zu lachen,“ beschwichtigte Siegfried,
„es ist wahrhaftig so!“ Er gab dann mit Variationen das
Gespräch wieder, welches Herr von Drach mit dem Wärter
geführt und theilte dann als Dessert den ernsten Verweis
mit, mit dem für diesmal der verliebte Narr davon ge—
kommen sei.
„So ist es aber, wenn man gegenüber den Untergebenen
zu freundlich ist; das taugt nichts — immer stramm und
schneidend gegen sie, alsdann kommen so leicht Ueberhebungen
nicht vor. Das war auch der Grundsatz meines Obersten;
selbst im größten Unrecht ging derselbe nicht von ihm ab.“
Unaufgefordert erzählte er dann eine Geschichte, die er bei
jeder Gelegenheit mit wahrer Freude zu wiederholen
pflegte.
Siegfried flocht noch mehrere Erlebnisse aus seiner Mi⸗—
litärdienstzeit ein, und schloß auch diesmal seine Erzählung
wie immer: „Das Verfahren meines Regimentschefs war
zwar nicht ganz correct, aber soviel steht fest, daß ein Unter—
gebener seinem Vorgesetzten gegenüber niemals Recht haben