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und von allen Zerstreuungen der Gesellschaft umrauscht ist.
Sie können niemals das Glück und das Vertrauen ersetzen,
welches ein Herz empfindet, dem ein edles Mannesherz in
Liebe und wahrer Fveundschaft entgegenschlägt. Gott, der
ja die Liebe selbst ist, hat dieses sehnende Verlangen in die
Brust des Weibes gelegt und schön klingt eine Wahrheit
aus dem alten Volkslied heraus, worin es heißt:
Der Epheu sucht sich einen Stamm,
Die Rebe einen Stab,
Sonst finken sie in Staub zurück
Und finden früh ihr Grab!
In ihrer Cousine Maria und in Flemming fand Dorothea
endlich die Stützen, nach welchen sie sich bisher immer ver—
geblich gesehnt hatte; sie, die gestern mit ihrer Liebe und
ihrem Leid noch so allein stand, sie hatte endlich die Herzen
gefunden, in welche sie das Uebermaß ihres Kummers mit
vollem Vertrauen ausschütten konnte. Sie fühlte das so—
fort und dankte Gott dafür. Von unbestimmter Sehnsucht
getrieben kam das liebende Mädchen plan- und zwecklos
hierher und wenn am Ziele sie diesen Schritt schon oft bereut
hatte, heute betrachtete Dora denselben als eine Fügung
Gottes. Es war ihr zur Gewißheit geworden: sie stand nicht
mehr allein mit ihrer Absicht, den Geliebten zu befreien.
Die jungen Leute, welche noch immer, sich lebhaft unter—
haltend, traulich bei einander saßen, waren ordentlich erstaunt,
den alten Siegfried mit lächelnder Miene wieder bei ihnen
eintreten zu sehen; war er doch polternd und zornig hinweg—
gegangen, als wolle er das ganze alte Gefangennest zusammen—
schlagen. Auch seiner Frau fiel es auf, denn sie war durch—
aus nicht an solch plötzliche Wandlungen ihres ‚Brummbärs“,
wie sie ihn oft scherzend nannte, gewöhnt. „Da muß etwas
ganz Appartes vorgekommen sein,“ meinte sie, „aber fragen
dürsen wir nicht, sonst erfahren wir es niemals.“ Sie frug
auch nicht, so sehr die Neugierde sie auch plagte, und erst,
als das gemeinsame Mittagsmahl schon bald vorüber war
und der Alte gegen die Gewohnheit noch eine Flasche
„Aßmannshäuser“ zu holen befahl, da endlich brach er das