Full text : Feierabend-Stunden

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die Bestie von der Kette zu lösen? Sofort legen Sié den
Hund fest, alsdann kommen Sie mit zu dem Herrn Director,
damit ein Protokoll über den ungehörigen Vorfall aufge—
nommen wird.“
Ferdinand that, wie ihm befohlen; er hatte vor dem
Herrn Director allen Respect und, wußte auch, daß Flem—
ming bei demselben in großer Gunst stand. Während Fried—
rich Bartholdy seinen in Unordnung gerathenen Anzug so
gut es ging wieder ordnete, erzählte er dem jungen Manne
die Sache, wie wir sie wissen, natürlich, ohne ein Wort
von seiner angebeteten Dora mit einfließen zu lassen. Flem—
ming lachte schließlich laut auf. „Hab' ich mir's doch so
halb und halb gedacht,“ meinte er, als Friedrich ihn fragend
aͤnblickte, „wissen Sie, Bartholdy, der Kerl ist verliebt bis
über die Ohren und er hält die Scherze, die Maria sich mit
ihm von Zeit zu Zeit erlaubt, für baare Münze!“ Aufs
neue fing er aus Leibeskräften zu lachen au; „ja, ja, Herr
Bartholdy, Sie hatten es mit einem Eifersüchtigen zu thun!
Kommen Sie gefälligst mit zu Herrn von Drach, ehe der
Bursche nach seiner Weise eine amtliche Anzeige vom Stapel
laufen läßt. . . Mit der Gefängnißordnung läßt sich nicht
spaßen und darum ist es gut, wenn wir den Othello vorher
etwas weiß anlaufen lassen!“ Dieser kam jetzt von dem
Hundestall zurück und die drei Männer begaben sich direct
zu der Wohnung des Directors. Flemming ließ sich sofort
bei demselben anmelden. Nach einiger Zeit wurde auch Bar—
tholdy eingeladen, einzutreten, während dessen der verliebte
Ferdinand vor der Thüre überlegend auf- und abwanderte;
er wußte nicht recht, ob er in diesem Augenblick mehr Wäch—
ter über den politischen Verbrecher, der da drinnen, oder
mehr ein Angeklagter war, der sich zu verantworten haben
würde. Er sollte jedoch hierüber nicht lange im Zweifel
bleiben. Vor den Director gefordert, erklärte dieser ihm
mit sehr ernster Miene, den „Herrn“ Bartholdy in seine
Zelle zurück zu begleiten und dann sofort „dienstlich“ sich
zu Protokoll vernehmen zu lassen. Auch mußte er sehen,
wie Herr von Drach nochmals sein aufrichtiges Bedauern über
            
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