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Blicke' bisher ruhig dem kurzen Vorgange zuschaute, sprang
wie ein Tiger auf Friedrich los, und machte einen raschen
Griff, die Blume demselben zu entreißen. Das war aber
nicht so leicht ausgeführt, wie er es sich wohl gedacht hatte.
Mit der linken Hand hielt der Gefangene die Blume hoch
empor, während ein kurzer Ruck mit der Rechten den An—
greifer zurückwies. Dieser, zornglühend und einen Fluch
in den Bart murmelnd, machte eine nene Anstrengung, sich
seines vermeintlichen Eigenthums zu bemächtigen, aber auch
diesmals vergebens. Unvermuthet entstand ihm ein Bundes—
genosse; „Forza,“ der Hund, auf Gefangene wohl abgerichtet,
sprang knurrend zwischen die Streitenden, faßte Friedrich an
der Brust, der, des unverhofften Angriffs nicht gewärtig,
strauchelte und niederfiel. Wüthend legte die Bestie ihre
Tatzen auf den Gefallenen und — wehe ihm, wenn er noch
die geringste Anstrengung zu machen versucht haben würde.
Ein Mark und Bein durchdringender Schrei drang von dem
Fenster, an welchem eben noch die beiden jungen Damen
gestanden, an das Ohr Friedrichs. Dann war kes wieder
stille, wie vorher.
Hohnlachend stand nun der Gefangenwärter neben der
sonderbaren Scene. „Die Rose ist mein,“ sagte er grinsend
und den Hund von dem Körper des Gefallenen fortweisend,
wollte er sich der Blume bemächtigen; ehe dies jedoch ge—
schah, hatte Friedrich sie zerrauft und ihre Blätter lagen
zerstreut an dem Boden zum Spiele der Morgenluft.
„Schurke!“ brüllte dumpf der Wärter, „warte nur, das
sollst Du mir entgelten!“
-Was soll das?“ erklang da auf einmal eine Stimme
dicht hinter dem Wüthenden; „was geht hier vor?“ frug
Flemming streng, der eben daher kam und von der Ferne
dem ganzen Auftritt zugesehen hatte, der zwischen den Strei—
tenden stattgefunden. Noch ehe der verdutzte Ferdinand ein
Wort hervorzubringen vermochte, beugte er sich zu Friedrich,
reichte ihm die Hand und hob ihn empor. Der letztere
dankte, Flemming aber wandte sich zu dem Wärter und sagte
in befehlendem Ton: „Wer erlaubte Ihnen, am hellen Tage