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in die Höhe, und noch immer ließ sich die liebliche Stimme
nicht vernehmen, auf die er so sehnsüchtig lauschte. Da
endlich hörte sein scharfes Ohr, wie sich ein Fenster ganz
oben in der s. g. Abtei öffnete; jedoch ohne daß ihm oder
dem „Forza“ ein freundlicher Zuruf zu Theil geworden
wäre. Befremdend blickte der Blonde auf. Ja, da oben
stand das Mädchen, Maria, die sein Gefangenwärterherz
erfüllte, sie strahlte in ihrer ganzen Schönheit und Jugend—
frische in dem Fensterflügel, doch schweigend und ernst
blickend; neben Maria aber lehnte eine zweite jugendliche
Frauengestalt im Trauergewand. Er wußte nicht, was er
denken sollte, zumal beide Mädchen weder nach ihm noch
nach dem Hund, sondern vielmehr nach dem Gesangenen
ihre Blicke gerichtet hatten, der in demselben Augenblick sich
rasch von seinem Sitz erhob und ebenfalls hinaufschaute
nach den Fenstern, von woher das durch deren Oeffnen
entstandene Geräusch gekommen war.
Ein leiser freudiger Ausruf bebte über die Lippen des
jungen Mannes und mit einem Blick innigster Liebe hoben
sich unwillkürlich seine beiden Arme nach dem Fenster empor,
aus welchem jetzt auch Dorothea sich weiter hervorbeugte mit
einem so schmerzlich-traurigen und doch so seligen Lächeln,
wie es nur ein Raphael wieder geben konnte auf seinen
Bildern der Mutter des Erlösers, wenn sie fromm beseligt
niederblickt auf den Heiland, den sie im Arme trägt. Auch
Maria, ihre Freundin, winkte ihm einen freundlichen Gruß
zu, legte aber sofort zum Zeichen des Schweigens den Zeige—
finger auf ihren lächelnden Mund, eine Andeutung, welche
vollständig am Platze war, um Friedrich wieder in seine
traurige Wirklichkeit zurückzurufen. Da fiel von den Blumen,
welche die Freundinnen kurz vorher erst in dem Garten
gepflückt hatten, eine halbentfaltete Rose zu den Füßen
des Gefangenen, der sich beeilte, den bedeutungsvollen Mor—
gengruß aufzuheben und mit einem Blick innigsten Dankes
nach den schönen Spenderinnen die Blume an seinem Rock
zu befestigen. Das jedoch sollte ihm nicht gelingen. Der
blonde Ferdinand, welcher mit verwundertem und neidischem