Full text : Feierabend-Stunden

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teleien gezwungen war, der militärischen Carridre, die er
früher eingeschlagen, zu entsagen und nun in der Gefängniß—
Verwaltung sein Heil versuchen wollte. Seit circa zwei
Jahren war er bereits auf Schloß * und seine Vorge—
setzten waren mit ihm zufrieden; er hatte einen gewissen
Grad von Bildung, war anstellig und pünktlich in seinem
Dienst und befand sich hier, wie es schien, ganz wohl.
Siegfried und seine Gattin hatten den jungen Menschen
gern, der in jeder Hinsicht bestrebt war, sich ihnen gefällig
zu erzeigen, und daher auch mehr wie jeder andere in der
Anstalt Bedienteste bei dem Inspector ein- und ausging.
Maria, die dem eitlen Menschen bald alle seine schwachen
Seiten abgelauscht hatte, machte sich zum Oeftern das Ver—
gnügen, nach heiterer Mädchenart mit ihm zu scherzen und
zu necken und ein Lob aus ihrem Munde war dem blonden
Ferdinand mehr werth als sonst Vieles in der Welt. Weil
aber Maria ihrem „Forza“ eine ganz besondere Neigung
zuwandte, deshalb glaubte auch Ferdinand, dem Hunde seine
Aufmerksamkeit nicht vorenthalten zu dürfen, eingedenk der
Lebensregel für Bedientenseelen: „Wer bei dem Herrn sich
angenehm machen will, muß zuerst dessen Hund streicheln.“
Und so that er es denn auch heute. Er hoffte, daß alsdann
Fräulein Maria an einem Fenster erscheinen und mit ihm
resp. mit dem „Forza“ ein kleines Gespraͤch anknüpfen würde,
wie das schon öfters geschehen, eine Thatsache, welche der
Eitle aber ganz allein auf das Conto seiner eigenen Persön—
lichkeit schrieb. Er glaubte nämlich ganz sicher, das schöne
und muthwillige Maͤdchen habe „ein Auge auf ihn“ und
trug sich daher mit den verlockendsten Träumen für die
Zukunft herum.
Obgleich Ferdinand heute Morgen schon mehrmals ein
sehr lebhaftes Gespräch mit „Forza“ geführt und den Hund
auch öfters veranlaßt hatte, in ein ihm dargehaltenes dickes
Knüppelholz zu beißen und er alsdann versuchte, dasselbe der
Dogge wieder zu entreißen; Maria wollie sich nicht blicken
lassen. Zum zweiten Mal nun hob der blonde Ferdinand
den Hund, der sich fest in das Holz verbissen hatte, schwebend
            
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