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das feste Eisengitter erinnerte ihn daran, daß er ein Gefan—
gener war und ihm das Fundament alles wahren Glückes —
die Freiheit fehlte. So weit sein Blick nur schweifen konnte,
überall wähnte er, seine angebetete Braut erscheinen zu sehen,
doch öde und wie ausgestorben lag das Innere des Schloß—
hofes vor ihm; kein menschliches Wesen ließ sich erblicken
und nur die Schwalben, welche in den alten Mauern sich
zahlreich eingenistet hatten, zogen zwitschernd ihres Fluges
Bahnen freudig hin und her und auf und nieder.
Zum ersten Male nach langer Zeit erwachte die Sehn—
sucht nach dem Glücke der Freiheit wieder so gewaltig in
seiner Brust, daß ihn der Gleichmuth, mit welchem er bis—
her seine Banden getragen, vollständig verließ. Er trat von
dem Fenster zurück und mit raschen Schritten durchmaß er
den kleinen Raum seiner Zelle. Wenn Friedrich bisher seine
Gefangenschaft mit stoischer Ruhe erduldet und mit Sicher—
heit darauf gerechnet hatte, daß er endlich doch in Freiheit
gesetzt werden müsse, da er sich keines Verbrechens oder Ver—
gehens, auf welche hin er fortwährend inquirirt worden ist,
bewußt war, so war dies heute plötzlich ganz anders in
seinem Innern geworden — immer wieder und wieder kam
ihm der Gedanke seinen Peinigern zu entrinnen und ein Land
zu verlassen, wo es gestattet war, auf Nichts hin Menschen
ihrer persönlichen Freiheit zu berauben und Jahre lang die
Leiden und Strenge einer Untersuchungshaft ertragen zu
lassen, ohne Aussicht, jemals vor den ordentlichen Richter
gestellt zu werden. Wie auch das Gedenken an seine alte
unglückliche Mutter, an seine Braut und an seine eigene
Zukunft sich einer Idee der Flucht entgegensetzten, immer
und immer wieder stieg sie auf's Neue in ihm auf und mit
der Ruhe war es dahin, mit welcher der junge Mann bis—
her sein Geschick so muthig zu tragen wußte.
Wieder und wieder durchflog er das von Dorothea's
Hand beschriebene Papier; oft schien es ihm, als necke ihn
ein lieblicher Traum; er vermochte sich das so unerwartete
Erscheinen des Mädchens nicht zu erklären, das Tag und
Nacht sein ganzes Wesen erfuͤllte. Noch viel weniger aber