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„Vielleicht j,, mein Vater“, entgegnete Dora. „Auf
Amalienruhe brachte Herr Forster die Liebe zur Sprache
und frug mich, was ich von der Liebe denn eigentlich hielte5“
„Ich halte sie für des Herzens höchste Seligkeit und
glaube, daß der Mensch gluͤcklich zu preisen ist, der sich
ihres ungefälschten Besitzes erfreuen kann!“
Der Herr Gerichtsrath stimmte mir enthusiastisch bei und
frug dann wie im Scherze: „Ob ich ihn für fähig oder
wiudig hielte, in einem anderen edlen Herzen dieses Glück zu
wecken?“
„Ohne Zweifel“, entgegnete ich; „ein Mann in Ihrer
Stellung und ausgestattet mit allen Gaben und Tugenden,
muß und wird die Macht in sich haben, sympathisch auf ein
edles Frauenherz zu wirken, bis beide Herzen in heiliger
Gluth in eine einzige Seele zusammenfließen.“
Verständnißvoll drückte Herr Forster mir die Hand.
Dann blieb er plötzlich stehen und frug mich sehr ernst:
„Fräulein von Müldner, wenn ich Ihnen ein liebendes
und treues Herz entgegenbrächte, könnte ich vielleicht jemals
das Glück haben zu hoffen, daß auch Sie mir ein solches
entgegenbrächten, das sich mit seinem ganzen geistigen Sein
und Denken gleichsam mit mir zu jenem irdischen Glück der
Liebe vereinigen würde? Geben Sie mir offene Antwort
auf diese offene und ernste Frage, gnädiges Fräulein, es
hängt für mich viel, unendlich viel von Ihrer Entschei—
dung ab.“
Ich hörte und sah es Herrn Forster an, wie aufrichtig
und wahr er es mit dieser Frage meinte und auch ich ant—
wortete dem edlen Manne nicht ohne tiefe Bewegung:
„Herr Forster, wenn mein Herz noch frei wäre, Sie
wären sicher der Mann, dem ich es mit vollem Vertrauen
freudig und in Liebe entgegenbringen könnte. So aber
gehört es einem Anderen an, der auch mir das seinige unge—
theilt und freudig schenkte.“
Der Herr Gerichtsrath war über dies gewiß unerwartete
Geständniß sehr überrascht; ich sah, wie ein Zug schmerz—
hafter Enttäuschung plötzlich über sein edles Antliß zog und