Full text : Feierabend-Stunden

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während dieser Zeit irgend etwas zu Deiner Pflege und
gewohnten Ordnung vermißt haben würdest.“
„Nein, nein!“ begütigte der Rath, „durchaus nicht, liebe
Thea, „ich habe nichts vermißt, als Dich.“
„Nun, da bin ich ja jetzt wieder bei Dir, und ich werde
Dich sobald auch nicht mehr allein lassen,“ entgegnete die
Jungfrau, dem Vater einen herzlichen Kuß auf die Wange
hauchend; „da, nimm den Versöhnungskuß! Jetzt aber will
ich gehen und sehen, wie es in der Käüche bestellt ist.“
„Bleibe“, bat der Rath, seine Tochter nieder auf das
Sopha ziehend, „ich habe noch mit Dir zu sprechen.“
Dorothea blieb und sah freundlich und erwartungsvoll
dem Vater in die Augen. Dieser aber schien nicht sofort
das richtige Wort finden zu können, um die Mittheilung zu
beginnen. Endlich hub er an:
„Rath Forster war hier und ist erst vor einer Viertel—
stunde geschieden.“
„Da bedauere ich in der That, daß ich meinen Ausgang
zu so ungelegener Zeit gemacht habe“, unterbrach Dorothea
den Vater, „doch bin ich überzeugt, daß Ihr beide Herren
auch ohne mich Euch nicht gelangweilt haben werdet.“
„Das ganz gewiß nicht, Dora“, versetzte der Rath,
„denn das Thema, das wir besprachen, war hierzu nicht
angelegt . . .“
„Also war es ein interessantes Thema, über das Ihr
spracht?“
„Das interessanteste, was ich je in meinem Leben ver—
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rath ernster wie zuvor, „und zwar das wichtigste, das über—
haupt nur unter Männern in gewisser Beziehung besprochen
werden kann . . .“
„Und habt Ihr Euch denn einigen können, — oder seid
Ihr verstimmt von einander geschieden?“ frug Dorothea,
gespannt ihrem Vater ins Auge blickend.
„Wir haben uns allerdings geeinigt, soweit wir dazu im
Stande gewesen sind, denn zur vollständigen Einigung hat
erst noch eine dritte Person ein Wort mitzureden.“
            
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