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Zwei Tage waren seit dem oben Erzählten vergangen
und Friedrich fand es für gut, so schwer es auch seinem
Herzen fiel, seine unglückliche Mutter und die Jungfrau zu
verlassen, in welcher er so unverhofft ein Glück gefunden,
das er im Stillen so heiß ersehnt aber in seinen kühnsten
Hoffnungen niemals zu finden glaubte. Lange saßen Mutter
und Sohn und Dorothea Hand in Hand zusammen; sie
hatten so viel zu sagen, sich gegenseitig so viel des Trostes und
des Rathes mitzutheilen, aber aus den übervollen Herzen
entströmten diese Segensquellen heute nur spärlich; was sie
fühlten, strahlte nur in den Augen wider und ein leiser
Händedruck hatte oft mehr zu sagen, als alle Worte, welche
heute nicht über die Lippen hinauskommen konnten.
Es schlug 10 Uhr. Friedrich unterbrach die momentan
eingetretene Stille, indem er sich erhob und sagte:
„Da es einmal sein muß, will ich auch nicht länger
zögern und mich freiwillig dem Untersuchungsrichter wieder
zur Verfügung stellen; hoffen wir, daß Gott alles schließlich
zum Besten wenden wird. Vielleicht morgen schon rücken
die requirirten Truppen ein, und da kann es nur von Vor—
theil für mich sein, wenn ich freiwillig in die Haft zurück—
bohre aus welcher ich gegen meinen Willen befreit worden
hin . . .“
Mit Thränen in den Augen stimmten die beiden Frauen
ihm bei.
„Darum sei es; macht mir, Ihr Lieben, den Abschied
nicht schwerer, als er mir schon ist! Wenn ich auch dem
Gefängniß entgegengehe, so tröstet mich doch der Gedanke,
daß ich meine liebe Thea bei Dir, o theure Mutter, zurück—
lasse; sie, die Dir ein helfender Engel sein wird, sie begleitet
mich im Geiste in das Gefängniß und die Sonne 'ihrer
Liebe wird mir dessen Nacht erhellen bis die Stunde kommt,
wo ich seine Mauern nicht mehr zu fürchten haben werde.“
Frau Bartholdy vermochte nicht länger gefaßt zu bleiben;
schluchzend verließ sie das Zimmer. Auch Dora war tief
ergriffen. Eine Viertelstunde waren die beiden Liebenden
allein; was sie gesprochen und sich gegenseitig gelobt hatten,