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noch eine Abtheilung der Bürgerwehr mit gefälltem Bajonett
einen Angriff auf die Truppen machte, da wurden sie ge—
sprengt und die Gefangenen befreit. Unterdessen war der
Kommandeur der Bürgergarde und andere angesehene Männer
auf dem Kampfplatz erschienen und viele einsichtsvollere
Bürger bemüht, weiteren Ausschreitungen energisch entgegen
zu treten. Der Verabredung gemäß blieben die Truppen in
ihrer Kaserne consignirt, während die Bürgergarde vermittelst
starker Patrouillen die Straßen von der aufgeregten Menge
zu reinigen versuchte. Auf diese Weise gelang es, weitere
Unordnungen und ferneres Blutvergießen zu verhüten. Gegen
Abend herrschte in den Straßen der Stadt eine ungewöhn—
liche Stille; nur in den öffentlichen Localen war das Gegen—
theil der Fall. Das Tagesereigniß wurde besprochen; die
verrichteten Heldenthaten wurden erzählt; hier hielt Einer
eine fulminante Rede über die mit Füßen getretenen Volks—
rechte; dort erschallten Freiheitslieder und wenn der Vers
des damals oft gesungenen Liedes:
Mein Vaterland, wie ist's in dir so öde
Seit Völkerblut der Eiche Mark getränkt,
Der Geist ist todt, verpönt ist Wort und Rede
Das heil'ge Volksthum ist ins Grab versenkt!
Treulose Diplomaten, regieren deine Staaten
Und aus dem Buch der Wölkerehre schwand
Dein Name gar, mein deutsches Vaterland!
erklang, da ballten sich die Maͤnnerfäuste und aus den
Augen leuchteten Flammenblicke, und in solchen Momenten
bedurfte es nur einer geringen Veranlassung, um das Wort
des politischen Schmerzes zur That, wenn leider auch oft
zur frevelhaften That werden zu lassen.
Dem stürmischen Tage folgte ein ruhiger Abend und
eine dunkle sternenlose Nacht. Es schien, als ob die erlebten
Vorgänge am Tage die ganze Einwohnerschaft abgemattet
und jeder ermüdet heute früher als sonst die Ruhe aufgesucht
hätte. Nur einzelne dunkle Gestalten huschten von Zeit