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3. August 1870, Abends.
Erwartungsvoll fließt Stunde hin um Stunde
Und jede schien uns eine Ewigkeit;
Wir wußten, daß die Deutschen nicht mehr weit,
Doch fehlte uns von ihuen jede Kunde!
Kein Balsam war es auch für uns're Wunde
Als wir hier sah'n, wie in des Feind's Geleit
Gesindel kam, anscheinend gern bereit
An jedes Haus zu legen eine Lunte!
Megären konnt' man in den Straßen sehen,
Aus denen Haß und Habgier teuflisch blickten,
Indem spazierend sie an Strümpfen strickten;
An jeder Ecke sah man Strolche stehen,
Die nur zu warten schienen auf das Zeichen,
Um uns die letzte Oelung darzureichen.
3. August, Nachts.
Und kam die Nacht, war kein Franzose mehr
Zu sehen in der Stadt und dumpf und bang
Ertönt vom Thurm der Abendglocken Klang
Und überall ist's grabesstill und leer!
Rings auf den Bergen liegt des Feindes Heer
Von dem kein Laut zu uns hernieder drang,
O Gott! wie schien uns diese Nacht so lang,
Wie war ein jedes Herz so sorgenschwer!
Die Ungewißheit ach! in der wir waren
Verscheuchte von dem Auge jeden Schlummer,
Und dazu, Vetter, kam auch noch der Kummer.
Daß man von Auswärts gar nichts konnt erfahren, —
Denn eiligst brachten sich schon vor der Zeit
Der Telegraph und Bahn in Sicherheit!