Full text : Feierabend-Stunden

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Nicht Jeder war so fromm wie dieser Streiter
Und nur zu bald ward es auch uns bekannt,
Daß Raub, Zerstörung, frevelhafter Brand
Sind stets der wälschen Invafion Begleiter

Denn ach! die Kinder Frankreichs streckten leider
Nach fremdem Gut gar vielfach aus die Hand—
Und felbst am Trauring einer Tame fand
Geschmack der Civilifations-Verbreiter! 8

Sie brachen gern auch in die Keller ein
Und schwelgten thierisch in dem edlen Naß,
Zerstörten Alles bis aufs letzte Faß,
Daß wie in Bächen strömte Bier und Wein,
Und wer in diesem Fall befonders litt,
Das war'n die Herren Brauer Zix und Witt!?)

3. August, Morgens.
Chardot, so hieß ein Oberst-Commandant,
Der auf dem „Rothenhof“ nahm fein Quartier,
Es war ein liebenswürd'ger Offizier,
Der gut zu leben sicherlich verstand!

Der schickte heut' ein Briefschen eigner Hand
An Herrn Carl Schmidtborn, Bürgermeister hier,
Und dieser wack're Mann erstaunte schier
Als er darin etwa geschrieben fande

„Herr Maire! Ich hab' die Ehr' Sie einzuladen
„Zu einem Gabelfrühstück comme il faut!
„Jedoch verhält dabei die Sach' sich so:
„Sie selbst, mein Herr, Sie müssen Wein und Braten
„Und Alles, was dazu gehört, besorgen.
„Ich grüße Sie, und wunsche Guten Morgen!'d)
            
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