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unter der Bevölkerung die Losung zu gehen, Bartholdy als
ein Opfer fürstlicher Brutalität mit allen nur möglichen
Demonstrationen zu seiner letzten Ruhestätte zu begleiten
und besonders versprach man sich in dieser Hinsicht viel von
einer Rede, welche, wie es allgemein hieß, ein besonders als
freisinnig bekannter Philologe halten sollte, der wegen seiner
demokratischen Gesinnung und Verdachts der Theilnahme an
burschenschaftlichen Umtrieben längere Zeit in Untersuchung
gezogen und schließlich auch relegirt worden war. Ueberall
standen Bekannte zusammen, welche laut und lebhaft gesti—
kulirend ihre Meinungen austauschten und wo sich nur eine
männliche Person blicken ließ, hörte man die Frage an ihn
richten, ob er auch mit dem Begräbniß ginge. Die Antwort
lautete stets: „Das versteht sich doch von selbst!“
So war der Nachmittag herangekommen. Gegen halb vier
Uhr verkündete feierliches Glockengeläute von den Thürmen
der Alt- und Neustadt herab, daß das Begräbniß Bartholdy's
seinen Anfang nahm. Der Stadttheil, in dem des Verstorbenen
Wohnung lag, wimmelte von Leidtragenden aus allen Classen
des Bürgerstandes. Die Schlosserzunft war in corpore
aufgestellt und auch die anderen Zünfte hatten zahlreiche
Vertreter unter den Theilnehmern.
An allen Straßen aber, welche der Leichenzug passiren
mußte, bis zum Friedhofe hin, waren rechts und links
Tausende von Menschen aufgestellt und auch die frisch auf—
geworfene Gruft, welche die irdischen Reste Bartholdy's auf⸗
zunehmen bestimmt war, war schon eine Stunde vorher von
einer dichten Menschenmenge besetzt.
Dem Zuge voran gingen die s. g. „Chorschüler“, meistens
Schüler der Realschnle, welche sich dem Elementarlehrerfach
widmen wollten und die mit der ihnen folgenden Kapelle in
Choralweisen abwechselten. Der reich mit Kränzen geschmückte
Sarg ward von sechs Schlossermeistern getragen, denen ebenso
viele an der Seite gingen, die schwaͤrzen Krücken in der
Hand, vermittelst deren der Sarg an Haltestellen gestützt
werden konnte. Alle waren in Schwatz gekleidet; weiße
Handschuhe und dito Halsbinde und eine Titrone' in der