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30. Juli 1870.
„Was wird uns hier die nächste Zukunft bringen?“
So frug man sich in diesen trüben Tagen,
Doch blieb es nicht allein bei bangen Klagen
Zu handeln galt es jetzt vor allen Dingen!
Den Ruf der Liebe hörte man erklingen,
Und Lazarethe wurden aufgeschlagen,
Und Alles sorgsam das hineingetragen,
Was gut, dem Tod die Opfer abzuringen!
O Liebe, reinste aller Himmelsflammen,
Wie hast Du hoch und herrlich hier gebrannt!
Als Hilfe forderte das Vaterland —
Da standen Alle, Alle treu zusammen!
Du warst der Thau, der labend hat befeuchtet,
Der schönste Stern, der in der Nacht geleuchtet!
31. Juli 1870.
Als heut' begann der Morgen kaum zu grauen
Erschien der Feind in immer größ'rer Zahl,
In Blittersdorf und Forst St. Arnual —
War in Colonnen-Stärke er zu schauen!
In manchem Aug' sah ich die Thränen thauen,
Ein jedes Herz war voll von banger Qual,
Da kam von Göben an, der General,
Und sprach uns zu: Nur muthig zu vertrauen!
Nun wußten wir, daß ganz in uns'rer Nähe,
Am „Rastphuhl“, lag die kampfesmuth'ge Schaar,.
So wie im „Köllerthale“, rechts der Saar,
Und halb Saarbrücken ging dorthin auf Spähe,
Wohl auch, um Lebensmittel hinzutragen
Für Freunde, welche dort im Bivouak lagen.