Full text : Feierabend-Stunden

564

Das war zu viel! Stolz wies von seiner Schwelle
Der König den französ'schen Uebermuth, )
Die Ehr', der Hohenzollern höchstes Gut,
Muß ewig strahlen fleckenlos und helle!

Bald tönte drauf die Kriegstrompet', die grelle
Licht schlug empor die lang gedämpfte Gluth,
Französ'sche Heere wälzten fich mit Wuth
Der Grenze zu gleich einer blut'gen Welle!

Der König aber rief in Deutschlands Namen
Zum „heil'gen Krieg“ das ganze Volk zusammen, )
Und die vom Blute der Cherusker stammen —
O, wie fie Alle, Alle freudig kamen!
Es galt, zum ersten Mal der Welt zu zeigen,
Daß einig sei das treue Volk der Eichen.

VYorposten bei Saarbrücken.

16. Juli 1870.
„Rings an der Grenze wimmelt's von Franzosen?“
So melden Reisende und deutsche Blätter,
Und ruhig zog heran das Kriegeswetter —
Es war die Ruhe vor des Sturmes Tosen!

Da zeigten endlich sich die rothen Hosen
Ganz in der Nähe. „Horch Signalgeschmetter!
„Jetzt geht's bald los!“ — so sprach zu mir der Vetter, —
Hier werden sie zuerst zusammen stoßen!“

Die braven siebten Rheinischen Ulanen
Sie rücken aus und auf der „Bellevue“ oben
Steh'n Tag und Nacht sie muthig auf Vedette!
Die Vierziger, mit ihnen um die Wette,
Sah man wie Kutschke in dem Strauche schnoben
Um an den Feind sich einen Weg zu bahnen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.