Full text : Feierabend-Stunden

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Schwüle vor dem Kampfe.

Es wollt kein Mensch so recht dem Frieden trauen,
Obgleich man von Napoleon es gehört:
Die Friedenspalme blühe ungestört,
Am Himmel sei kein schwarzer Punkt zu schauen!

Denn ach! was war auf solches Wort zu bauen?
Auf alle Eide, die ER frevelnd schwört?
Wie oft hat ER damit die Welt bethört
Und sie erfüllt mit Schrecken und mit Grauen?

Wo Luge nur und List belebt die Zungen
Und Treu' und Glaube leere Worte find —
Dahin war spannend unser Blick gerichtet!
Denn Frankreich, aufgebläht von Haß und Wind,
Es hätte gern' das Racheschwert geschwungen
Und dich, mein deutsches Vaterland vernichtet!

Mit Preußen anzubinden — dem verhaßten,
Das mit dem starken Schwert in fester Hand
Und ruh'gen Blicks am Rhein auf Wache stand
Das ließ die Chauvinisten nimmer rasten!

Und als willkomm'nen Vorwand sie's erfaßten,
Den Krieg zu bieten deutschem Volk und Land.
Als Spanien hier den Fürsten endlich fand—
Der tragen sollte seines Schicksals Lasten

„Ein Fürst vom Haus der Hohenzollern? Nimmer
„Soll das gescheh'n, kein solcher darf es wagen
„Jemals die span'sche Königskron' zu tragen!“
So sprach NRapoleon — und daß für immer
Der Machtspruch Frankreichs bindend müßt' verbleiben,
Das sollte König Wilhelm unterschreiben.
            
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