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seiner Quäler. Der Criminalbeamte sowie die anderen
fremden Personen zogen sich erschüttert zurück; nur Dorothea
wich nicht von der Seite der unglücklichen Frau, ihrer
mütterlichen Freundin.
Wo ist die Feder, welche wahr und lebendig die Ab—
schiedsscene zu schildern vermöchte, welche auch hier bald sich
zu vollziehen begann? Ich will von ihr den Schleier nicht
lüften und es dem Gefühl des Lesers überlassen, sich in eine
Thatsache hinein zu denken, über welche beinahe ein halbes
Jahrhundert im raschen Flug der Zeit dahin geschwunden
ist. Es sei hier nur noch erwähnt, daß, als die Glocken
von H. die Mittagsstunde verkündeten, Friedrich wieder in
dem Untersuchungsgefängniß hinter Schloß und Riegel saß
und die viele Hunderte von Arbeitern, welche um diese Zeit
alle Straßen der Stadt beleben, keine Ahnung von der Art
und Weise hatten, wie an diesem Morgen die heilige Themis
ihres hehren Amtes gewaltet hat.
IV.
Der den im vorigen Kapitel erzählten Ereignissen folgende
Tag war ein Sonntag. Wenn in Orten, wo Industrie und
Fabrikbetrieb vorherrschend sind, sich an Sonn- und Feier—
tagen gewöhnlich eine von den Wochentagen sehr verschiedene
Lebhaftigkeit geltend macht, so war dies heute ganz besonders
der Fall. Die in ihren Werkstätten und Ateliers nicht be—
schäftigten Männer lagen in den Fenstern ihrer Wohnungen
und unterhielten sich mit den Nachbarn laut über die
Tagesfragen und für den Augenblick war es das bevor—
stehende Begräbniß Bartholdy's, das den Stoff der Unter—
haltung lieferte. Knaben und Mädchen gingen zahlreich in
den Straßen hin und her, die Cylinderhüte zu Putzmache—
rinnen oder Näherinnen tragend, um die damals gebräuch—
lichen Trauerflore an denselben anheften zu lassen; ebenso
bemerkte man vielfach, wie Laubwerk und Blumen gesammelt
wurden zum Anfertigen von Kränzen, welche dem Verstorbenen
auf das Grab gelegt werden sollten. Stillschweigend schien