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Was nun weiter folgte, ist kurz zu sagen.
Die Abreise Melanies wurde noch für einige Tage ver—
schoben, weil der Oberst sofort beschloß, seine Tochter nach
Erlenbronn zu begleiten. Dort wo sein Kind die zweite
Heimath gefunden hatte, dort wollte auch er sich einen neuen
Herd gründen.
Man kann sich denken, welche Aufregung die Mittheilungen
Melanies in der Heimath hervorriefen! Die treuen, braven
Pflegeeltern sowohl wie die Familien von Eschen und von
Hochfelden konnten kaum den Tag erwarten, wo die Ersehnte
eintreffen sollte.
Es war Ende April 1871. Schon begann die Erde sich
in ihr schönes Frühlingsgewand zu kleiden, der milde Hauch
des Lenzes lockte überall Knospen, Blumen und Blüthen
hervor. Ein schwerer Reisewagen, hielt vor dem Forsthaus
zu Erlenbronn, dessen Bewohner eiligst herbeikamen. Otto
offnete den Wagenschlag und mit freudigem Willkommen
schloß er die ihm entgegeneilende Braut in seine Arme.
Hellmuth und seine Frau halfen einem Herrn aus dem
Wagen, der ihnen wie alten Bekannten die Rechte entgegen—
streckte. Es war der Oberst de la Roche.
Hell war der uns schon bekannte Saal im unteren Erd—
geschoß erleuchtet und Alles zum Empfang der Erwarteten
vorbereitet. Auch Herr von Eschen hatte sich mit seiner
Gattin zur Begrüßung eingefunden. Melanie führte strahlend
vor Freude ihren Vater in den lieben trauten Kreise ein,
und war die Begrüßung allseitig eine innige, herzliche. Als
Otto hereintrat, um den Vater seiner Melanie zu begrüßen,
sahen Beide sich starr an, einen Augenblick, und dann mit
dem Ausruf: „Mein braver Lebensretter auf dem Felde bei
Dijon!“ schloß der Oberst den jungen Mann in die Arme.
Otto von Eschen war, wie nun leicht zu errathen, der deutsche
Offizier gewesen, der den Verwundeten in der verhängniß—
vollen Nacht ans den Händen der Schlachthyänen errettet