Full text : Feierabend-Stunden

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„Die ist da gut aufgehoben, wo die Familie des Herrn
Grafen weilt“, erwiderte der Förster, — „darum, Herr
Graf, bitte ich, lassen Sie uns auch diesen Gang gemeinsam
machen! Habe ich mich doch schon seit meiner Knabenzeit
auf die Stunde gefreut, den Franzosen das vergelten zu
können, was sie vor einem halben Jahrhundert an Ihren
und meinen Eltern, Herr Graf, so schwer gesündigt haben;
Sie erinnern Sich doch noch dessen !“
Der Graf selbst hatte keinen größeren Wunsch, als seinen
treuen und umsichtigen Hellmuth auch in diesem Feldzug bei
sich zu sehen; er reichte ihm daher die Hand und sagte
bewegt:
„Wenn Du nicht anders willst, so kann und will ich
auch nichts dagegen einwenden! Sehen wir übrigens zu,
was Frau Johanna zu dieser Sache meint!“
Diese hatte wohl nichts dagegen einzuwenden; denn am
folgenden Tage waren der Graf und Hellmuth zum Heere
abgegangen. Otto von Eschen war ebenfalls bei seinem Regi—
ment eingetreten, nachdem er vorher in dem Forsthause er—
schienen und von seiner Braut Abschied genommen hatte
Der erste Angriff auf deutsches Gebiet Seitens der Fran—
zosen geschah in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 1870.
An der deutsch-französischen Grenze damaliger Zeit an der
sogenannten „Goldenen Bremm“ zwischen Saarbrücken und
Forbach hatten sie die deutsche Grenze überschritten und
waren bis in die Nähe der preußischen Zollstätte auf Folster—
höhe vorgedrungen. Bei dem Erscheinen einer Patrouille
ber braven siebenten rheinischen Ulanen und nachdem einige
Schüsse beiderseitig gewechselt waren, zogen sich die Franzosen
wieder zurück. Sie führten zwei preußische Zollbeamten
gefangen mit sich fort und unterließen es auch nicht, bei
hrer ersten Gastrolle auf deutschem Boden die Zollkasse zu
plündern, ohne aber dabei große Beute zu machen.
Das war der kleine und klägliche Anfang eines Krieges,
welcher sich in rascher Folge zu einem der größten und
bedeuütendsten gestaltete, von dem die Weltgeschichte zu berichten
haben wird.
            
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