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haben schienen. Der joviale Rentamtmann führte die Unter⸗
haltung, doch bemühte er sich vergeblich, durch allerlei zarte
Anspielungen und humoristische Bemerkungen auch Otto und
Melanie in dieselbe zu verwickeln. Beide hatten noch unter
dem Eindruck zu kämpfen, den die eben stattgefundenen Er—
klärungen auf sie hervorzubringen nur zu geeignet waren.
Wenige Minuten hierauf erschien der alte Herr von
Eschen mit Frau Johanna Hellmuth an der Seite auf der—
selben Stelle, wo das Zwiegespräch zwischen Otto und Melanie
stattgefunden hatte; sie beide waren unabsichtliche Hörer des—
selben gewesen.
„Ein wackres Mädchen, diese Melanie!“ sprach der alte
Herr, „ein Mädchen wie Gold und fest wie Edelstein!
Wünsche Glück, Frau Försterin, zu solchem Schatz!“
„Ich danke, Herr Baron!“ erwiderte diese; „ich kenne
mein Kind und weiß, daß es in dieser Stnnde einen
schweren Kampf gekämpft hat — sie hat das eigne Herz
bezwungen!“
Der Baron lächelte. „Glauben Sie das, liebe Frau?“
frug er, „ich glaube es nicht! Sie liebt meinen Otto heute
stärker als je, das bin ich überzeugt!“
„Möglich“, entgegnete die Försterin, „doch bin ich über—
zeugt, daß Melanie stark genug ist, eine Liebe zu bekämpfen,
zegen deren Flammen Ehre und Verstand sie in die Schranken
fordern!“
„Ist Ihnen das Verhältniß der beiden jungen Leute
schon früher bekannt gewesen?“
„Nein, Herr Baron“, antwortete die Frau; „wohl habe
ich geahnt, daß es so kommen würde, doch vertraute ich
meinem Kinde, das sicher nicht verfehlen wird, vielleicht noch
heute seinen Kummer offen vor mir auszubreiten!“
„So, — glauben Sie das?“ frug der alte Herr gedehnt.
„Und was wird die kluge Mutter der trefflichen Tochter
rathen?“
„Was ich ihr rathen werde? Ich werde ihr mittheilen,
daß ich unfreiwillige Zeugin ihrer Unterredung mit Ihrem
Sohne gewesen bin und sie bestärken in den Grundsätzen,