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Funke edler Liebe in seiner Brust. Heute noch wollte er
Gewißheit erlangen, ob er auf Gegenliebe rechnen dürfe,
oder nicht? Ob Melanie eine Ahnung davon hatte, was
jetzt so mächtig im Herzen ihres Jugendfreundes vor sich
ging? Es schien so; denn so oft dieser versuchte seine Herzens—
ingelegenheit zu berühren, verstand die Jungfrau es geschickt,
auszuweichen und sie kam immer auf die schöne Zeit der
Kindheit zurück, die sie miteinander verlebt hatten.
Otto von Eschen konnte keinen Zweifel mehr hegen:
Melanie suchte jeder Aunährung aus dem Wege zu gehen,
und wie es in dem Blatte ihres Tagebuchs stand, so geschah
es: „Kälte wollte sie seiner heißen Liebe entgegensetzen!“
Sie hatte das ja für eine „heilige Pflicht“ erklärt.
Der reiche, unabhängige junge Mann, dem seine vor—
urtheilsfreien Eltern als einzigem Sohne — wie er sich
sagte — gewiß kein Hinderniß entgegensetzen würden, wenn
er offen als Bewerber um Melanies Herz und Hand auf—
träte, fand dafür keine Erklärung. Sie vertraute den geheimen
Blättern ihres Tagebuches an, daß sie ihn liebe und
dennoch? ... Wie! wenn ihr Herz schon einem Anderen
angehöre, wenn — er konnte den Gedanken nicht fassen,
aber Zweifel und Eifersucht folterten sein Herz.
Der Abend senkte seine kühlenden Schatten herab; ein
frischer Hauch zog durch Gebüͤsche und Zweige; nur der
liebliche Gesang der Drossel und Nachtigall unterbrach die
Stille des Waldes. Alles lud zu einem Gange in die Park—
anlagen ein und so wurde der Vorschlag des heiteren
Volkinsfeld, einen gemeinsamen Spaziergang zu machen mit
Beifall aufgenommen. Otto von Eschen bot Melanie den
Arm und von gleichgültigen Dingen plaudernd, bildete das
junge schöne Paar den Schluß der Gesellschaft. Es währte
nicht lange, und der größte Theil der Gesellschaft hatte einen
hedeutenden Vorsprung gewonnen. Als die letzten Paare
so weit voraus waren, daß er ungehört sprechen konnte,
hemmte Otto plötzlich seine Schritte und das Antlitz zu
seiner Begleiterin gewandt, fragte er mit leiser vibrirender
Stimme: