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Flammen auflodern könnten, das ahnten die Herren nicht,
welche sich zu Creaturen eines Hassenpflug, im Volksmunde
„Hessenfluch“ genannt, und zu dienstwilligen Knechten der
von dem s. g. deutschen Bundestag eingesetzten Central-Unter—
suchungs-Commission herabwürdigten, trotz der Verfassung
von 1830, welcher sie den Eid geschworen hatten.
Es war gegen eilf Uhr Vormittags, als bei Frau Bar—
tholdy ein Herr erschien, der sich als ein Criminalgerichts-Assessor
leguͤtmirte und der gebeugten Frau sein Mitleid über
das doppelte Unglück aussprach, das sie so unverhofft heim—
gesucht habe. Er tröstete sie so gut als es ihm in dieser
trostlosen Lage möglich war. In Bezug auf ihren Sohn
Fritz äußerte er, daß die Sache sich für denselben günstiger
gestaͤlte und er wohl bald wieder in Freiheit gesetzt werden
würde. Dem von ihm, dem Sohne, ausgesprochenen Ver—
langen, bis zum Begräbnisse des Vaters aus dem Unter—
suchungsarrest entlassen zu werden, habe sich jedoch der Herr
Untersuchungsrichter zu entsprechen nicht befugt gehalten, aus
Gründen, die er, der Assessor selbst nicht kenne.
Laut weinend warf sich die unglückliche Frau und Mutter
in einen Ruhesessel und die todesbleiche Dorothea umschlang
sie, die liebevollften Trostesworte ihr zuflüsternd. „Muth,
fassen Sie Muth, Sie arme, arme, gute Frau! Es lebt noch
ein gütiger Gott im Himmel, der die Seinen nie vergißt!
Gott, der die Thränen der Wittwen und Waisen zählt und
in der rechten Stunde den Engel der Rettung sendet, er
wird in seiner Treue und Liebe Sie und uns Alle nicht
verlassen!“
Der junge Gerichtsbeamte Forster, war ebenfalls tief
ergriffen. Man sah es ihm an, wie schwer es ihm ward,
seinen Auftrag zu erfüllen.
„Auch ich habe den Glauben, den das Fräulein soeben
bekundet hat. Verzagen Sie nicht“, fügte er mit Wärme
und Innigkeit hinzu, „auch dieser bittere Kelch wird an
Ihnen vorübergehen, Frau Bartholdy!“
Die beiden Frauen erhoben sich. Auch der Assessor
schickte sich an, zu gehen, denn es drängte ihn, einen solchen