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um die lieben Gäste würdig zu empfangen!“ Hand in Hand
trat hierauf das schöne Paar in das Forsthaus.
Hier erschien Alles wie zu einem außerordentlichen Feste
hergerichtt. In einem großen Zimmer war die Tafel
gedeckt, deren Mitte ein prachtvoller Blumenstrauß schmückte,
der mit vielen anderen sinnigen Gaben von Louise, der
jungen Gräfin von Hochfelden, zum Geburtstagsgeschenk für
Melanie geschickt worden war; in der Küche hantirte Frau
Hollinger mit noch einer Magd geschäftig hin und her und
als die erstere auf den Ruf Melanies mit hochrothem Gesichte
aus der Küche in den Hausflur trat, ging sie freundlich dem
Gaste entgegen und begrüßte ihn ehrerbietig wie einen alten
Bekannten.
„Das ist schön von Ihnen, Herr von Eschen, daß Sie
schon heute kommen“, sprach sie, nachdem die erste Begrüßung
vorüber war; „ich habe es aber auch ganz sicher geglaubt,
daß Sie nicht fehlen würden an dem Tage, der unserer
Melanie ganz besonders gewidmet ist. Und ich will es
Ihnen nur sagen — wenn Sie heute nicht gekommen sein
würden, dann wäre ihre Freude nur halb gewesen; seit
gestern zählte unser Fräulein die Stunden und Minuten,
bis zu Ihrem Eintreffen.
Der junge Mann strahlte vor Freude. — „Ist es wahr“
frug er zu Melanie gewandt — „daß Du meiner so
sehnsuchtsvoll gedacht? Ach! ich wäre so glücklich, wenn ich
die Gewißheit hätte!“
Frau Hollinger wollte sprechen, Melanie jedoch kam ihr
zuvor und rief vorwurfsvoll:
„Wie kannst Du nur so reden! Warte nur, Du böse
Plaudertasche, ich werde mich hüten, Dir noch ferner etwas
anzuvertrauen!“
Diese aber trippelte lächelnd und geschäftig in die Küche
zurück, während Melanie den Gast in das Fremdenzimmer
führte und ihn bat, sich es hier bequem zu machen; sie
selbst habe noch, fügte sie entschuldigend hinzu, dies und
jenes zu thun und anzuordnen. Damit verschwand sie, Otto
allein seinen Gedanken überlassend.