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Wohnung lenkte, da erhob sich der Jüngling rasch und trat
freudigen Blickes auf Melanie zu. Das Mädchen blieb
stehen, wie vor Ueberraschung gebannt; doch nur einen
Augenblick, denn mit einem freudigen und herzlichen:
„Willkommen Otto!“ eilte sie dem Jüngling entgegen.
ihm die Hand reichend, auf welche er einen zürtlichen Kuß drückte.
„Wie freue ich mich, Dich wieder zu sehen, meine gute
Melanie“, rief er bewegt. „Wie geht es Dir, wie hast Du
gelebt seit dem Jahre, da ich Dich nicht gesehen?“ Diese
und viele andere Fragen richtete der Angekommene an die
lächelnd und erröthend vor ihm stehende Jungfrau, auf deren
anmuthiger Gestalt sein Auge mit sichtbarer Theilnahme und
Wohlgefallen ruhte. Und noch ehe Melanie auch nur eine
Frage beantworten konnte, fuhr der Jüngling in edler
Begeisterung fort: „O, wie groß und schön Du geworden
bist, Melanie, seitdem ich Dich nicht mehr gesehen! Schöner,
viel schöner noch, als Dein Bild mir vor der Seele schwebte,
wenn ich Deiner gedachte oder einen Brief von Dir erhielt.
Und ich dachte so oft an Dich, Deine Briefe aber waren
so selten, Dn böses und doch so liebes Kind!“ sprach er
leuchtenden Blickes und ließ die Hand der Jungfrau nicht
aus der seinen.
„Immer noch der frühere Schwärmer!“ entgegnete
Melanie,“ und es scheint mir, daß Du in Greifswald neben
der Forstwissenschaft auch die Schmeichelei studirt hast! Doch
komm, Otto, komm, wie wird Rieke sich freuen, wenn sie
Dich sieht! Der Vater und die Mutter sind in die Stadt
gefahren; sie erwarten Dich erst für morgen.“
„Ich schrieb es ja auch, daß ich erst am Pfingstmontag
eintreffen werde. Gestern Abend bin ich angekommen, zu
Hause hielt ich es nicht länger aus, Melanie, die Sehnsucht
nͤach Dir ließ mir keine Ruhe, und nun bin ich bei Dir
und werde den ganzen Tag hier bleiben, wenn Du mir die
Gastfreundschaft nicht versagst! Mein Vater und die Mutter
werden heute Nachmittag eintreffen.“
„Ich weiß es“, entgegnete Melanie; „laß uns jetzt ins
Haus gehen; für mich gibt es noch viel, sehr viel zu thun,