Full text : Feierabend-Stunden

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grätz mitgefochten; in beiden Kriegen commandirte Graf
Hochfelden sein Regiment. Der wackere und umsichtige Forster
Far überall des Grafen treuer Begleiter; er sorgte für Alles,
was derselbe zu haben gewohnt war, denn Niemand kannte
seine Gewohnheiten und Bedürfnisse besser als Hellmuth, der
so zu sagen mit ihm aufgewachsen war und sein Vertrauen
in 'dusgedehntestem Sinne genoß. Die Zeit, in der ihr
Gatte im Felde stand, waren für Frau Johanna recht trübe
Tage, doch durch Vermittlung des Grafen erhielt sie oft
Kunde von ihrem Manne und den Vorgängen auf dem
Kriegsschauplatze, daß sie sich nach und nach daran gewöhnte
und diese Treunung und Prüfung einer deutschen Frau um
so leichter ertrug, als während der Abwesenheit des Grafen
seine Familie stets ihren Wohnsitz in Erlenbronn nahm.
Die Gräfin fand in der hochgebildeten Försterin ebenso eine
Trösterin und aufrichtige Freundin, als der Graf in Hell—
muth einen ergebenen, umsichtigen Begleiter, dem er die
größte Achtung und das unerschütterlichste Vertrauen schenkte.
Auch Louise, die junge Gräfin, und Melanie, hatten schon
seit Jahren den innigsten Freundschaftsbund geschlossen.
Aus beiden Kriegszügen kehrten die Männer unversehrt
zurück. Siegend und ruhmgekrönt ging der preußische
Königsaar aus dem Kampfe hervor. Die nordische Groß—
macht hatte endlich die ihr gebuͤhrende Stellung in Deutsch—
land eingenommen; Königs- und Fürstenthrone brachen zu—
sammen unter dem Sturme, der dem Wiederauferstehen des
deutschen Reiches voranging. Anders war es natürlich auf
dem Forsthaus zu Erlenbronn. Mit der Heimkehr des
Försters ging hier Alles bald wieder den gewohnten alten
Gang; kein Sturm, kein Unglück trübte den Frieden, der in
der kleinen Familie eine bleibende Stätte aufgeschlagen hatte.
            
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