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Ein Geräusch, wie durch eilige Schritte veranlaßt, machte,
daß Juno sich erhob und die klugen Augen nach der linken
Seite des Waldpfades richtete, der von Freihofen durch den
Herrschaftspark führt. Auch Hellmuth blickte nach der Ursache
der unerwarteten Störung, und in wenigen Sekunden sah
er zu seinem Erstaunen den greisen Lehrer Timmel von
Freihofen den breiten Weg betreten, ihm auf dem Fuße
folgte eine Frau, die allem Anschein nach ein Kind auf den
kräftigen Armen trug. Der alte Mann blieb stehen und
wischte sich den Schweiß von der Stirne. Der Förster
erhob sich und trat neugierig auf die Gruppe zu.
„Grüß Euch Gott, Gevatter Timmel“, rief er erstaunt,
dem greisen Manne die Hand reichend, „woher des Weges
schon in aller Frühe?“
„Ich komme von Freihofen und gehe nach Hochfelden,
antwortete der Alte, dem Förster den Gruß herzlich er—
wiedernd.
„Was ist denn vorgefallen, das Euch heute und so frühe
schon aus dem Lager gescheucht hat?“
„Ja, Herr Förster, das ist eine sonderbare Geschichte,
die mir so ganz unerwartet auf den alten Rücken geladen
wurde oder auch, die ich mir gewissermaßen selbst aufgebürdet
habe,“ entgegnete der Schulmeister, „und wenn Ihr Zeit
habt, so will ich sie Euch erzählen.“
„Ich habe Zeit, kommt zur Ruhebank, Ihr werdet so
wie so schon müde sein. Theilt mir mit, was Euch wider—
fuhr, alsdann fahren wir gemeinsam in die Stadt. Auf
meinem Wagen ist Platz für uns Alle, und schlecht gefahren
ist immer besser als gut gegangen.“
Dem Lehrer leuchtete das ein; er nahm das Anerbieten
dankbar an, und die Dreien schritten miteinander dem Ruhesitz
unter den Eichen zu.
„Seht, Herr Hellmuth,“ hub der alte Mann an, „es
sind morgen schon acht Tage, da fuhr gegen Abend eine
Zigeunerbande, aus etwa acht Köpfen bestehend, in Freihofen
ein und lagerte sich ganz in der Nähe unseres Dorfes vor
dem Holze. Schon an demselben Abend und am anderen